Lavalantula – Angriff der Feuerspinnen (USA 2015)

lavalantulaWieder Mike Mendez, wieder Riesenspinnen. Nach dem ironischen B-Grusler „Big Ass Spider!“ setzt der bewährte Genre-Filmer auch mit „Lavalantula“ auf eine arachnide Gefahr für die großstädtische Gemeinschaft. Nur bricht die diesmal aus dem Boden und speit Feuer. Als in Los Angeles nämlich die Erde bebt, streben die titelspendenden Monster in flüssigen Gesteinsströmen an die Oberfläche und richten heilloses Chaos an. Die Gefahr bannen muss ausgerechnet der abgehalfterte Kinostar Colton West, dessen Rolle Steve Guttenberg mit spürbarer Wonne ausfüllt.

Neben ihm gibt es ein Wiedersehen mit anderen Darstellern der „Police Academy“-Reihe. Geräuschemacher Michael Winslow und Marion Ramsey leisten als Effekttüftler Unterstützung bei der Gegenwehr, Leslie Easterbrook absolviert einen Kurzauftritt und fängt Feuer. Kann man mal machen. Zuschauer jenseits der 30 dürfte das Schaulaufen der alten Bekannten ein Lächeln entlocken. Nur täuscht das kaum über darüber hinweg, dass der preisbewusst inszenierte Streifen sein humoristisches Pulver schnell verschossen hat. Bemühte Absurdität, ein Gastauftritt von „Saw“-Autor Leigh Whannell und Anspielungen u.a. auf „Jäger des verlorenen Schatzes“ genügen einfach nicht – und sei der Film auch nur 80 Minuten lang.

Nach einer ersten Spinnensichtung alarmiert der aufgelöste Colton Gattin Olivia (Nia Peeples, „Walker, Texas Ranger“) und begibt sich im Stadtgebiet auf die Suche nach Sohn Wyatt (Noah Hunt), der von den Monstern in einem alten Fabrikgebäude festgesetzt wird. Mit Flinte und guter Laune im Gepäck kapert Colton einen Touristenbus und avanciert im urbanen Gefahrenherd zum Held wider Willen. Statt Budget in Szenarien von Brand und Zerstörung zu investieren, begnügt sich Mendez mit eingestreuten Nachrichtenkommentaren und Bildern aus dem Archiv. Die Kohlen aus dem Feuer holen muss damit der sympathische Guttenberg, der sich am Ende gar noch in jenes Superheldenkostüm werfen darf, das ihn in der filmischen Realität einst zum Star machte.

Mit mehr als nur einem Auge schielen die Macher in Richtung des Sensationserfolgs „Sharknado“, dessen Hauptdarsteller Ian Ziering für einen referenziellen Cameo-Auftritt vorbeischaut. Nur fehlt es der bewusst übersteigerten Verbindung von Tier-Horror und Katastrophenfilm an trashiger Konsequenz. Die Ironie wird bisweilen mit dem Holzhammer gereicht, so dass der zweifelsfrei kurzweilige Streifen deutlich weniger witzig daherkommt als intendiert. Die Effekte überzeugen, zumindest hinsichtlich der CGI-Spinnen, während das ebenfalls am Rechner entstandene Drumherum aus Explosionen, Rauch und Mündungsfeuer dagegen merklich abfällt. Wer will, kann mit Guttenberg und Mendez eine gute Zeit haben. Hinter „Big Ass Spider!“ bleibt der handzahme Ulk jedoch deutlich zurück.

Wertung: (4 / 10)

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