2 Lava 2 Lantula! – Die Rückkehr der Feuerspinnen (USA 2016)

Heutzutage braucht es nicht mehr viel für einen kalkulierten Trash-Erfolg: Ein Katastrophenszenario mit Tier-Horror-Einschlag, erhöhtes Augenzwinkern und abgehalfterte Stars. Die Blaupause bildet „Sharknado“, dessen Hauptdarsteller Ian Ziering einen quasi-adelnden Cameo-Auftritt in „Lavalantula“ absolvierte. Dessen Cast war mit Veteranen der „Police Academy“-Reihe bestückt und gab insbesondere der Karriere von Steve Guttenberg neuen Schub. Der genügt immerhin für die absehbare Fortsetzung „2 Lava 2 Lantula!“, in der er sich als Filmstar Colton West neuerlich ins Epizentrum einer Attacke feuerspuckender Riesenspinnen vorwagt.

Denn mitten in der Gefahrenzone – diesmal trifft es Florida – kämpft Stieftochter Raya (Michele Weaver, „Superpowerless“) ums Überleben. Also verabschiedet sich der divenhaft auftretende Colton samt dem bewährten Kollegen und Waffentüftler Marty (Geräuschemacher Michael Winslow) sowie Assistent Kyle (Jimmy Bellinger) vom Set seines jüngsten Schauspielengagements, um den aus dem Erdinnern an die Oberfläche drängenden Monstern die Stirn zu bieten. Dabei bekommen sie es nicht nur mit einer neuen, Lavabrocken verschießenden Unterart der gefährlichen Arachniden zu tun, sondern auch mit einem Riesenexemplar, das sich zum Finale anschickt, klassischen B-Filmen Ehre zu erweisen.

Der turbulente Weg ins Krisengebiet bringt genug Tempo mit, um gröbere Flachheiten und das eher episodisch strukturierte Handlungsgerüst auszubügeln. Das Problem des Erstlings bleibt dabei jedoch bestehen: Der Streifen ist neuerlich nur halb so lässig, wie er eigentlich sein will. Das zeigen auch diesmal die eher krampfig eingeschobenen Anspielungen auf Kino- und TV-klassiker wie „Scarface“, „Miami Vice“, „Crocodile Dundee“, „Pulp Fiction“, „Independence Day“ oder „Dr. Seltsam“ – und natürlich der sympathisch selbstironische Steve Guttenberg, dessen verkniffener, die Action-Stars der Achtziger parodierender Gesichtsausdruck jedoch arg gewollt erscheint.

Freudvoll übertriebener geht da schon Martin Kove („Rambo 2“) zu Werke, der als Colonel Jester auf die Kraft von Bomben setzt und die Riesenspinne (Gargantulantula) damit erst an die Oberfläche treibt. Auch die von Nick Simon („The Girl in the Photographs“) besorgte Fortsetzung erweist sich als kurzweiliger „Sharknado“-Trittbrettfahrer. Die für eine TV-Produktion ordentlichen Tricks und die allgegenwärtige Ironie (einschließlich einer Nebenrolle für Guttenbergs und Winslows „Police Academy“-Kollegin Marion Ramsey) lassen darüber hinwegsehen, dass die humoristische Güte nicht sonderlich ausgeprägt ist und die vermittelten familiären Werte arg konservativ anmuten. Weh tut „2 Lava 2 Lantula!“ sicher niemandem. Der Weg des geringsten Widerstands bringt den Billigfilm auf Dauer aber sicher nicht vorwärts.

Wertung: (5 / 10)

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