Security (USA/BG 2017)

Einer gegen alle. Das war erst im Western ein beliebtes Thema und anschließend im Actionfilm. Mit dem Klassiker „Stirb langsam“ (1987) kam der begrenzte Handlungsort hinzu. Seitdem ist er Schema und Blaupause zugleich. Auch in „Security“, einem prominent besetzten Thriller nach bewährter Bauart. Zumindest scheinbar. Denn Regisseur Alain Desrochers („Bad Blood“) neigt streckenweise zu zünftiger Übertreibung und verhilft dem streng unoriginellen Genre-Epigonen damit zu amtlicher Kurzweil. Überhaupt gibt hier niemand vor, mehr als ein B-Movie auf A-Niveau abliefern zu wollen. Von den Hauptdarstellern Antonio Banderas („Expendables 3“) und Ben Kingsley („Iron Man 3“) sollte man sich dahingehend nicht blenden lassen.

Als Begründung für das muntere Bleigewitter dient die elfjährige Jamie (Katherine de la Rocha), die nach der Ermordung des Vaters zur wichtigen Kronzeugin gegen ein mächtiges Verbrechersyndikat wird. Die sie auf nächtlicher Straße gen Gerichtssaal transportierende Eskorte ist für den organisierten Söldnertrupp von Anführer Charlie (Kingsley) leichte Beute. Doch Jamie kann entkommen und rettet sich in ein kleinstädtisches Einkaufszentrum, das lediglich von fünf unbewaffneten Sicherheitskräften bewacht wird. Aber was heißt lediglich? Einer davon ist Eddie Deacon (Banderas), der nach seiner Rückkehr aus dem Kriegseinsatz versucht, als Mall-Cop ins normale (Berufs-)Leben zurückzufinden. Er nimmt den scheinbar aussichtslosen Kampf gegen das Killerkommando (u. a. Cung Le, „Into the Badlands“) in Guerilla-Manier an und riskiert alles, um Jamie vor dem Zugriff der Gangster zu bewahren.

So wird der provinzielle, von der Außenwelt abgeschnittene Einzelhandelskomplex von jeglicher Logik befreit zum Kriegsgebiet. Der ersten Angriffswelle trotzen Eddie und seine zunächst arg klischeehaft erscheinenden Schicksalsgenossen, darunter Liam McIntyre („Spartacus“), Chad Lindberg („Supernatural“) und Gabriella Wright („The Transporter Refueled“), mit Fallen im „Kevin – Allein zu Haus“-Stil. Doch mit dem ersten saftenden Kopfschuss auf Verteidigerseite zerstreut Desrochers den Verdacht, der Streifen könnte vollends ins Comichafte driften. Die Action ist solide, bietet zwischen Übermut und Härte aber erwartungsgemäß nichts Neues. Banderas macht als traumatisierter Ex-Elite-Soldat – auch physisch – eine gute Figur, muss sich dem chargierend die meisten Szenen stehlenden Kingsley aber beugen. In der Summe kein Film, der die Beteiligten zu stolzgeschwellter Brust verleiten dürfte, aber auch sicher keiner, für den man sich schämen müsste.

Wertung: (5,5 / 10)

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