Lake Placid vs. Anaconda (USA 2015)

lake-placid-vs-anaconda„Just another day at the office!“ – Reba

Lange währte sie nicht, die Freude darüber, dass die nach dem Original ganz und gar unsägliche „Lake Placid“-Reihe mit Part vier ein Ende gefunden hatte. Na gut, Yancy Butler („Shark Week“) sorgte als raubeinige Jägerin Reba zumindest für groben Charme und Robert ‘Freddy Krueger’ Englund war auch als Anverwandter der ursprünglich riesenhafte Krokodile im idyllischen See fütternden Seniorin einen Blick wert. Damit hatte es sich dann aber auch. Doch wenn Ideen rar gesät sind, wird gern auf bewährte Konzepte zurückgegriffen. Manchmal auch auf mehrere, um diese als Crossover aufbereitet auf Zuschauerfang zu schicken. Hier dient als Zusatz die nicht minder qualitätsarme „Anaconda“-Reihe, die es ebenfalls auf drei Fortsetzungen bringt und deren Suche nach dem Blut-Orchideen-Jungbrunnen kurzerhand an den Black Lake verlagert wird.

Die Rechnung aber scheint aufzugehen. Denn bereits dieser Text belegt, dass die anvisierte Zielgruppe aus notorischen Wiederholungsrezipienten besteht. Nur können – und sollten – die unmöglich auf Qualität geeicht sein. Denn seit „Lake Placid 2“ hat sich der Plot im Grunde kaum verändert. Schlecht gepixelte Krokodile fressen leicht bekleidete Menschen und zwischendurch wippen blanke Brüste durchs Bild. Der einzige Unterschied ist, dass die textilresistenten Schauspielpraktikanten diesmal auch von Riesenschlangen in Heim-PC-Güte bedroht werden. Da ist es fast beruhigend, dass die neuerlich beteiligten Butler und Englund Unterstützung von Corin Nemec („RoboCroc“) erhalten, der noch jede Rolle im x-ten Tier-Horror-Abklatsch mit respektabler Professionalität abspult.

Nemec ist Wildhüter Will Tull. Der wird von Reba kontaktiert, die sich mittlerweile zum Sheriff gemausert hat, um Hilfe bei der Aufspürung ausgebüxter Krokodile zu erbitten. Wie die entkommen konnten, schildert der Auftakt, in dem Englunds Wilderer Jim Bickerman, seit dem letzten Einsatz um verschiedene Extremitäten ärmer, mit Söldner Beach (Stephen Billington, „Hollyoaks“) und einem mobilen Laboratorium ins Reservat der Krokodile eindringt. Ziel ist das Blut eines Exemplars, das anschließend einer gewaltigen Anakonda injiziert werden soll, um den kaum nachvollziehbaren Wirkprozess der Blutorchidee in Gang zu bringen. Hinter der Aktion steht die skrupellose Pharmakonzernvorsteherin Sarah Murdoch (Annabel Wright, „Sniper: Reloaded“) – Tochter des von John Rhys-Davies in den Vorgängern gespielten todkranken Unternehmers –, die der väterlichen Forschung ein erfolgreiches Ende bescheren will.

Aber wie es Zufall und Plotskizze so wollen, geht das Unterfangen schief und neben verschiedenen Krokodilen entkommen drei Schlangen, eine wie immer trächtig, durch den beschädigten Schutzzaun ins nahe Erholungsgebiet. Dort hält sich auch Wills Tochter Beth (Skye Lourie, „Die Säulen der Erde“) mit einer Gruppe stuller Verbindungsmädels auf, die im Überlebenskampf naturgemäß kaum durch Cleverness glänzen dürfen. Die Effekte sind einen Tick besser geraten als in manchem Vorläufer, umfänglich verzichtbar ist aber auch diese TV-Produktion aus dem Hause Syfy. Das Ende hält ein wenig Reptilienzwist bereit und lässt die Tür für eine weitere Fortsetzung offen. Das letzte Wort für beide Serien ist damit (bedauerlicherweise) noch nicht gesprochen.

Wertung: (3 / 10)

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