Lake Placid 4 (USA 2012)

lakeplacid4„Come on out to the lake, have a few laughs and play World War III with some man-eating crocs!“ – Reba

Früher waren dem Volksmund nach aller guten Dinge drei. Die globale Filmwirtschaft hat sich an solchen Weisheiten jedoch nie gestört. Die gängige Devise sieht dort vor, dass Konzepte so lange bedient werden, wie sie Geld einbringen. Und man ahnt es, mit Qualität hat diese Maßgabe rein gar nichts zu tun. Ein gutes Beispiel dafür ist die Tier-Horror-Reihe „Lake Placid“, die nach sympathischem Kinoauftakt im TV- bzw. Heimkinosegment fortgeführt wurde – mit bescheidenen Plots und miserablen Tricks. Part vier verheißt nun das Ende. Aber was man auf (originäre) Titelzusätze wie „The Final Chapter“ geben kann, lehrte uns bereits die Slasher-Endlosserie „Freitag der 13.“.

„Lake Placid 4“, diesmal gedreht von Don Michael Paul („Halbtot – Half Past Dead“), knüpft nahtlos an den Vorgänger an. Das allerdings folgt einzig dem Zweck, die im Supermarkt eigentlich zu Tode gekommene Proll-Jägerin Reba (Yancy Butler, „Shark Week“) zu reanimieren. Die wird in der Folge zur Artenerhaltung verdonnert und hilft Sheriff Theresa Giove (Elisabeth Röhm, „Mega Shark vs. Mecha Shark“) und einer Gruppe Umweltschützer dabei, die raren Riesenkrokodile zu bewahren. Zu diesem Zweck wurde der See mit einem elektronischen Zaun nach „Jurassic Park“-Bauart abgeschirmt. Als wenn das Filmmonster je von ihrem blutigen Treiben abgehalten hätte!

Dazu bei, dass die Katastrophe ihren absehbaren Lauf nehmen kann, trägt Jäger Jim (der ewige ‘Fredy Krueger‘ Robert Englund), der ein Ei der überdimensionierten Reptilien stibitzen will und dafür ins Sperrgebiet eindringt. Den Rest erledigt ein versauter Busfahrer, der eine High-School-Campinggesellschaft an einen idyllischen Nachbarsee kutschieren soll, aber direkt durchs geöffnete Gatter ins Verderben rollt, weil er auf dem Handy Pornovideos begafft (!). Müßig zu erwähnen, dass Theresas Tochter Chloe (Poppy Lee Friar) der Ausflugsgemeinschaft beiwohnt. Mit Reba und dem ihr zugeneigten Armee-Ingenieur Loflin (Paul Nicholls, „Law & Order: UK“), dessen Sohn Max (Benedict Smith) selbst im Unterholz vermisst wird, bläst sie zur gefahrvollen Rettungsaktion.

Zwischen trashigem Amüsement und purer Lächerlichkeit knüpft der Streifen an die qualitativen Niederungen der beiden Straight-to-DVD-Vorgänger an. Um das zu erreichen, treffen die Jäger um den grummeligen Englund kein Scheunentor und verfügen plötzlich über ein Boot, obwohl sie doch eigentlich zu Fuß zu den Pixel-Krokodilen vorgedrungen sind. Der perverse Busfahrer bekommt in Anlehnung an „Piranha 3D“ von einem Reptil den Pillemann abgekaut, doch bleiben die humoristischen Anflüge meist unfreiwilliger Natur. Die Butler sticht mit Overacting und rotzigem Charme hervor, wird sträflicherweise aber zur Randfigur degradiert. Der deutsche Verleih jedenfalls hat mit dem Untertitel nicht untertrieben, denn das (filmische) Grauen hat nun wirklich ein Ende. Und das wurde auch langsam Zeit!

Wertung: (3,5 / 10)

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