Kotzreiz – Punk bleibt Punk (2012, Aggressive Punk Produktionen)

kotzreiz-punk-bleibt-punkKOTZREIZ die Zweite. Nachdem das Debüt „Du machst die Stadt kaputt“ vor etwa zwei Jahren für Aufsehen sorgte, legen die drei Herren aus der Hauptstadt nun ihre zweite Langrille vor. Nach einer Revolution in den hiesigen Gefilden des Deutsch-Punk klingt das immer noch nicht. Dafür jedoch ist das abermals deutlich unterhaltsamer, als es das Etikett und die Schublade sonst so hergibt.

Denn statt bierernster Phrasen haben KOTZREIZ wie gewohnt den Schalk im Nacken sitzen und spielen gekonnt und mit zwinkerndem Auge mit all den Klischees, die sie ihrem Publikum gleichermaßen servieren. Stampfend und ein bisschen grobmotorisch dröhnen „Punkerpolizei“ oder „Montag=Scheisstag“ mit maximal einer Minute Spielzeit aus den Boxen. Genau so kennt man die Jungs bereits vom Debüt. Dafür aber ist „Punk bleibt Punk“ insgesamt ein bisschen abwechslungsreicher geraten und auch die Gästeliste im Studio wurde deutlich erweitert. Dann geht es vor allem melodischer zu. OhOhOh-Chöre bilden nun keine Ausnahme mehr, sondern haben jene Ufta-Rhythmen ein bisschen in den Hintergrund gedrängt. Den Titeltrack „Punk bleibt Punk“ oder „Der Klügere kippt nach“ darf man getrost als waschechte Hymnen bezeichnen. Und auch „Pfeffi Graf“ mit stimmlicher Unterstützung der STATTMATRATZEN entpuppt sich als kleiner Hit.

Die Jungs aus der Hauptstadt liefern mit „Punk bleibt Punk“ also wie man es erwarten durfte. Ein paar kleinere Veränderungen gibt es, ansonsten ist aber (fast) alles beim alten geblieben. Selbst auf ein kurzes elektronisches Stelldichein („Pfandflaschenmessi“) wurde nicht verzichtet. Das Facebook-Gebashe bei „Fressenbuch“ wirkt dann zwar etwas arg albern (insbesondere wenn man sich ihr eigenes Profil anschaut), aber vielleicht gehört das zum großen Klischee-Rundumschlag einfach dazu. Am Unterhaltswert von „Punk bleibt Punk“ – sofern man die ganze Chose nicht allzu ernst nimmt – ändert das nichts.

Wertung: (6,5 / 10)

scroll to top