Kotzreiz – Du machst die Stadt kaputt (2010, Aggressive Punk Produktionen)

kotzreiz-du-machst-die-stadt-kaputt„Richtig scharf, richtig scharf, richtig scharf…..OiOiOi“

Jawohl, der Deutsch-Punk hat wieder eine (musikalische, weniger inhaltliche) Zukunft! Vielleicht nicht direkt wegen des obigen Auszugs aus „Candlelight Döner“, aber in gewisser Hinsicht vielleicht doch wegen KOTZREIZ. Und natürlich, weil mit Aggressive Punk Produktionen ein neues Label für frischen Wind sorgt. Das bewies man erst kürzlich mit dem ersten Labelsampler „Aggro Punk Vol.1“. Das erste reguläre Album geht auf das Konto von KOTZREIZ, was gleichzeitig auch deren Debüt darstellt. Gegründet wurde das Trio 2007 in – natürlich – Berlin und erfüllt erst einmal eine Vielzahl von Klischees rund um das Thema Deutsch-Punk.

Da wird vor allem gesoffen („Knüppelvoll“, „Saufen“), kompletter Dünnschiss von sich gegeben („Candlelight Döner“, „Karies“), dem Fußball – mit Ausnahme von Hansa Rostock – gehuldigt („Fussball“) und ein bisschen Kritik geübt („Bauarbeiter stürb“). Die Hymne „Berlin“ kennt man ggf. schon vom „Aggro Punk Vol.1“-Sampler. Grundlegend viel anders machen KOTZREIZ eigentlich nichts oder zumindest nicht viel, nur bringen sie eben eine gewisse Frische mit. Auch sie holtern und poltern immer wieder im üblichen Rhythmus dieses Genres, aber das wirkt weniger belanglos und abgedroschen als bei vielen anderen Bands. Dafür sorgen zudem ein paar gezielte Zitate (MUFF POTTER, SPIDER MURPHY GANG) und auch der elektronische Ausflug bei „Alte Männer rosten nicht“ ist nicht typisch. Dazwischen TURBONEGRO ähnliche OhOhOhs („Berlin“) und fertig ist ein gewiss (augenzwinkernd) klischeehaftes, dafür aber kurzweiliges, amüsantes und auch abwechslungsreiches Album. So kann Deutsch-Punk durchaus Spaß machen!

Wertung: (6,5 / 10)

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