Kill Chambers – The Reckoning (2011, Rising Records)

Als in England 2011 die Jugend revoltierte, durfte man ob der Motive schon mal ungläubig den Kopf schütteln. Denn als Beweggrund galt nicht etwa die Auflehnung gegen das politische System oder die Chancenlosigkeit der jungen Generation angesichts von Finanz- und Wirtschaftskrise, sondern der mangelnde Zugriff auf die materialistischen Verheißungen des Kapitalismus. Also wurde geplündert und geprügelt, frei von Anstand und nur auf den Moment fokussiert. Zarte Parallelen lassen sich da zu „The Reckoning“, dem Plattenerstling der britischen Metal-Hardcore-Fraktion KILL CHAMBERS ziehen.

Auch die sind jung, scheinen im Genre-Einerlei ohne Perspektive und begegnen dieser trüben Zukunftsaussicht mit der Aneignung fremden (geistigen) Eigentums. Leidtragend ist vorrangig der Hörer. Aber auch populäre Kapellen wie AS I LAY DYING oder HEAVEN SHALL BURN, aus deren Fundus sich KILL CHAMBERS reichhaltig bedienen. Als Eigenleistung wird darauf bauend eine fade Klischeesuppe geplärrter Düster- und heuer eingebrachter Klar-Vocals sowie Standard-Riffs zwischen Solidität und gähnender Langeweile serviert. Sicher hat niemand von den Newcomern verlangt, dass sie gleich das Rad des Metal neu erfinden müssen. Derart belangloser Raubbau kann aber auch nicht die Antwort sein. Strahlender wird die Perspektive damit wohl eher nicht.

Wertung: (3,5 / 10)

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