Junk (J 1999)

junkzombiesEin Zombiefilm aus Japan stellt erst einmal keine Besonderheit dar. Speziell ist „Junk“ aber dennoch, schließlich zollt er den italienischen Genreproduktionen der frühen Achtziger Tribut. Das zeigt sich, neben den hübsch handgemachten Splatterszenen, besonders an den matschig moosigen Masken der Wiedergänger. Die schlurfen und torkeln durch die Gänge einer alten Fabrikanlage, in der ein windiges Forscherteam offenkundig erfolgreich am Schlüssel zur Unsterblichkeit gefeilt hat.

Der entpuppt sich, Herbert West lässt grüßen, als giftgrünes Substrat, das Leichen auf wundersame Weise zu neuem Leben erwecken kann. Erstes Versuchsobjekt ist eine junge Frau (Miwa), die, wie wir später erfahren werden, Kyoko heißt. Tatsächlich öffnet sie nach einer Injektion des Wundermittels die leblosen Augen und macht sich sogleich über die umstehenden Wissenschaftler her. Anschließend widmet sich Autor und Regisseur Atsushi Muroga („Score“) einer vierköpfigen Gangsterbande, die auf Geheiß des Gangsters Ramon (Tate Gouta, „Alive“) ein Juweliergeschäft überfällt.

Zuflucht suchen sie (natürlich) ausgerechnet in besagtem Industrieareal, das, als Ramon sich die Beute ohne Gegenleistung unter den Nagel reißen will, zur Erweckung eines ganzen Heeres an Untoten führt. Wie es dazu kommt? Das Forscherteam hat die grüne Flüssigkeit in einem Lagerraum deponiert, der auch diverse Versuchsleichen beherbergt. Auf der Flucht vor Ramons schwer bewaffneten Schergen müssen sich die toughe Saki (Kaori Shimamura) und der wehleidige Akira (Shû Ehara, spielte unter Muroga bereits in besagtem „Score“) vor endlosen MG-Salven in acht nehmen, die das Interieur zersetzen und dabei die Vorräte des „Re-Animator“-Serums über die Toten verschütten. Mit absehbaren Folgen.

Während die Überlebenden versuchen, der Gefahr mit heiler Haut zu entkommen, macht sich Dr. Nakada (Yuji Kishimoto) auf den Weg, die Fabrik zu zerstören. Die Konfrontation mit Kyoko, übrigens seine tödlich verunfallte Frau, bringt Superkräfte des Über-Zombie ans Tageslicht. Nach einem Kopfschuss sind ihre Haare plötzlich weiß und in Sachen markigem Brüllen könnte sie bei jedem Godzilla-Ähnlichkeitswettbewerb einen vorderen Rang belegen. Wer sich an Übertriebenheit und Billiglook, Schauspielchargen und Trash-Appeal erfreuen kann und die Fulci-Hommage als dankbare Reminiszenz betrachtet, der kann an „Junk“ unbeschwert deftige Freude haben. Kein wirklich großer Wurf, aber eine freudvolle und angenehm kurze Verbindung von Nippon-Exploiter und Italo-Gorefest!

Wertung: (6 / 10)

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