Duell der Magier (USA 2010)

duell-der-magier„I have been searching all over the world for you. You’re going to be a force for good and a very important sorcerer. But for now, you’re my apprentice.“ – Im Umgang mit Worten wenig magisch: Balthazar

Die Blockbuster von Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer („Fluch der Karibik“) tun niemandem weh. Außer engstirnigen Cineasten vielleicht. Wer sich auf den Bruckheimer-Bombast einlässt, der weiß schlichtweg was ihn erwartet. Zumindest sollte er das. Überraschungen sind selten. Die Filme des mittlerweile 65-jährigen Entertainment-Moguls sind Wundertüten der Spezialeffekte, taugen daneben aber meist nur als moderate Zeitverschwendung. „Duell der Magier“, frei nach Goethes „Zauberlehrling“, ist da keine Ausnahme. Geboten wird einiges, vor allem fürs Auge. Die Plotte hingegen ist so dünn wie die vorab gelöste Kinokarte.

Er ist noch ein Kind, als Dave während eines Schulausflugs von seiner Bestimmung erfährt. Der kauzige Balthazar Blake (Nicolas Cage, „Kick-Ass“), Eigner eines New Yorker Kuriositätenladens, eröffnet ihm, dass er zum Zauberer geboren sei. Noch bevor der Knabe aus dem Staunen herauskommen kann, befreit sich Blakes Erzfeind Maxim Horvath (Alfred Molina, „Spider-Man 2“) aus einer mysteriösen Matrjoschka-Puppe und nimmt sogleich den Jahrhunderte währenden Kampf auf. Um den Jungen zu schützen, verschließt sich Blake samt Widersacher für die nächste Dekade in einer magischen Vase. So weit so krude.

Daves Geschichte stößt natürlich auf Unglauben und macht ihn über die Jahre zum Außenseiter. Durch Therapien hat er, herrlich nerdig gespielt von Jay Baruchel („Fanboys“), die Vergangenheit hinter sich lassen können, wird von dieser jedoch abrupt eingeholt, als Horvath auf seiner Schwelle erscheint und die Herausgabe der Matrjoschka fordert. In deren Kern befindet sich Hexe Morgana le Fey (Alice Krige, „Solomon Kane“), die von Blakes Geliebter Veronica (Monica Bellucci, „Shoot ‘Em Up“) im Mittelalter aufopfernd im eigenen Körper festgesetzt wurde. Ihr die Stirn zu bieten ist Daves Bestimmung. Der Magierlehre stehen allerdings die Gefühle zu Jugendliebe Becky (Teresa Palmer, „Bedtime Stories“) entgegen.

„Duell der Magier“, angenehm kurzweilig inszeniert von Jon Turteltaub („Das Vermächtnis des geheimen Buches“), ist inhaltlich unnötig überfrachtet und zum Ende hin viel zu kitschig, brennt aber vom Fleck weg ein sehenswertes Feuerwerk computergenerierter Effekte ab. Ausgewogen ist die Mischung aus Fantasy-Action und Coming-of-Age-Komödie nur selten, als farbenfroh naiver Blockbuster verfehlt er seine Wirkung aber nicht. Nicolas Cages Hang zum Overacting kommt ihm auch in der Rolle des Balthazar Blake zugute, könnte er die sehenswert eingefangene Kulisse New Yorks andernfalls wohl kaum mit solcher Selbstverständlichkeit durch schrullige Outfits und verboten hässliche Hüte verschandeln. Wie so oft bei Bruckheimer werden die Schwächen durch Tempo wett gemacht. Wer sich daran nicht stört, erlebt eine gute Zeit.

Wertung: (6 / 10)

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