Jungle Rot – Jungle Rot (2018, Victory Records)

Es ist keine Seltenheit, dass Bands der Verkommenheit der Welt einen musikalisch wütenden Gegenpol bescheren. Zum Soundtrack des Untergangs dürfen, nein müssen, auch JUNGLE ROT gezählt werden. Das Trio aus Wisconsin, benannt nach in tropischen Gefilden durch mikrobakterielle Infektion auftretende Geschwüre (im US-Bewusstsein während des Vietnamkrieges verankert), geht thematisch dahin, wo es wehtut. So war es, so ist es auch auf Album Nummer neun. Mit dem unterstreichen die Death-Metaller einmal mehr ihre Vielseitigkeit.

Dass sie dabei nicht an die ganz Großen des Genres, allen voran SLAYER, heranreichen: geschenkt. Denn das Dreigestirn hat längst seine eigene Nische in Beschlag genommen und verteidigt diese seit Jahren mit beständig überzeugenden Outputs. Der selbstbetitelte neue Langspieler bildet da keine Ausnahme. Mit altschulischer Unerbittlichkeit und moderner melodischer Kontrastfärbung wird Metal-Heads ein angenehm breites Erlebnisspektrum aufgetischt. Nach mehr als einem Vierteljahrhundert Bandgeschichte wirken JUNGLE ROT frischer denn je, variieren überfallartig das Tempo und passen mit ihrer Attitüde zum Weltgeschehen wie die Faust auf tränenverquollene Auge.

Als Referenzbeispiel darf „A Burning Cinder“ bemüht werden, das instrumental stampfend nach vorn prescht und textlich zum Rundumschlag gegen die Mächtigen der Welt ausholt. Doch auch der treffliche Opener „Send Forth Oblivion“, „Delusion Denial“, das von DESTRUCTION-Brüllhals Schmier begleitete „Fearmonger“ oder das finale KREATOR-Cover „Terrible Certainty“ sorgen für brachiale Pulssteigerung. Das größte Kompliment muss allerdings Sänger/Gitarrist Dave Matrise gemacht werden. Denn weitegehend klar verständliche Vocals sind im Death-Metal keineswegs alltäglich. Kurzum: Ein stimmiges, abgründig verpacktes Gesamtpaket.

Wertung: (7,5 / 10)

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