Jasper Park – Ausflug in den Tod (USA 2008)

jasperparkEin gottesfürchtiger Hinterwäldler-Clan macht Jagd auf Urlauber und vergrößert die Gemeinde durch die rituelle Vergewaltigung verschleppter Frauen stetig. Nein, originell klingt der Plot von Marty Weiss’ („Vampires: The Turning“) Provinz-Horror „Jasper Park“ nicht. Eher schon wie der gefühlt millionste Abklatsch von „Blutgericht in Texas“ oder „Hügel der blutigen Augen“. Den Unterschied macht höchstens die Darstellung der Backwood-Barbaren, die genetische Degeneration durch religiösen Fanatismus ersetzen und den Anweisungen von „Mutter“ Ruth (Deborah Van Valkenburgh, „Die Warriors“) bedingungslos Folge leisten.

In ihr Revier verirrt sich eine Gruppe Computerspiel-Programmierer, deren Vorgesetzter mit einem Paintball-Gefecht in freier Wildbahn an die Kampfinstinkte der Untergebenen appellieren will. Tatsächlich sind schnell Überlebenskünste gefragt, als der Betriebsausflug mit Pfeil und Bogen gesprengt wird und erste Opfer zu beklagen sind. Der vernunftorientierte Adam (Ryan Merriman, „Final Destination 3“) kämpft mit dem Mut der Verzweiflung, um sich und die Kollegen, insbesondere die reizende Lee (Haylie Duff, „Napoleon Dynamite“), in Sicherheit zu bringen.

Die mit konventionellen Grausamkeiten gespickte TV-Produktion arbeitet sich frei von eigenen Ideen an Genreklischees und Plattheiten ab. Weiss versucht zwar den spannunglosen Standard-Schocker mit Tempo und Action aufzuwerten, eine passable Regieleistung und durchschnittliche Darsteller – der altgediente Mark Rolston („Aliens“) darf immerhin genüsslich den mordenden Scheißkerl geben – genügen aber einfach nicht, um den Muff des freudlosen B-Films zu übertünchen. Der schlechteste Beitrag zum Thema ist „Jasper Park“ sicher nicht. In diesem Sujet muss sich der Zuschauer aber viel zu oft mit qualitätslosen Schnellschüssen begnügen. Diesen hier kann man also getrost auslassen.

Wertung: 3.5 out of 10 stars (3,5 / 10)

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