James Bond 007: Der Hauch des Todes (GB/USA 1987)

jamesbondhauchdestodes„I only kill professionals.“ – Ein Mann strenger Prinzipien: Bond

Nach den Clownereien Roger Moores als Ian Flemings James Bond 007 (vor allem in „Octopussy“) folgte mit Timothy Dalton die Rückbesinnung auf die Wurzeln des britischen Geheimagenten. Dalton, wie Vorgänger Moore bereits für die Rolle im Gespräch, als ein Nachfolger für Sean Connery gesucht wurde, wirkte ernster und zugleich jünger. Flemings Romanfigur kam er damit deutlich näher. Trotzdem ist „Der Hauch des Todes“, der erste von nur zwei Einsätzen für Königin, Vaterland und Weltfrieden, ein eher durchwachsener Beitrag zur Serie. Aber das liegt immerhin nicht am neuen Hauptdarsteller – und auch nicht am typischen 80er-Titeltrack von A-HA.

Woran der 15. offizielle Teil der Reihe vor allem krankt, sind schwache Schurkenrollen. Insbesondere Joe Don Baker, der Pierce Brosnans Bond-Auftritte als US-Geheimdienstler Jack Wade zweifach begleiten sollte (in „GoldenEye“ und „Der Morgen stirbt nie“), versprüht als irrer Waffenhändler Brad Whitaker keinerlei Überzeugungskraft. Aber bevor Daltons 007 ihm in die Quere kommt, gilt es erst einmal dem KGB-General Koskov (Jeroen Krabbé, „Gnadenlos“) von Bratislava aus die Flucht in den Westen zu ermöglichen. Erschwert wird das Unternehmen durch einen wenig fähigen Scharfschützen, der sich als Koskovs Geliebte, die junge wie naive Cellistin Kara Milovy (Maryam D’Abo, „Conan – Der Zerstörer“), entpuppt.

Die präsentiert sich als eines der blassesten Bond-Girls der gesamten Reihe und wirkt eher wie ein Klotz am Bein des draufgängerischen Elite-Agenten. Der wird vom Vorgesetzten M (Robert Brown) auf den Leiter der russischen Spionage-Abwehr, General Pushkin (John Rhys-Davies, „Feuerwalze“) angesetzt, der die Reihen gegnerischer Agenten nach Vorgabe einer Todesliste zu beseitigen denkt. Tatsächlich ist der Feind aber ein anderer und die Paktierung mit dem strammen Freizeit-Militaristen Whitaker führt zwangsläufig zu einer ernsthaften Bedrohung für die (westliche) Welt.

Für einen politischen Kick sorgt der Ausflug, oder besser die Verschleppung Bonds nach Afghanistan, wo er sich mit Mudschahidin verbündet und zu Pferd in den Widerstandskampf gegen die russischen Besatzer eingreift. Aber auch wenn es Regisseur John Glen bei seiner vierten Bond-Verantwortung wieder zünftig krachen lässt, bleibt „The Living Daylights“, wie der nach Flemings nur zu Beginn adaptierter Kurzgeschichte betitelte Film im Original heißt, ein (zu) wenig mitreißendes Agenten-Spektakel. Da helfen – neben Moneypenny (erster von nur zwei Einsätzen für Caroline Bliss) und Q (Desmond Llewelyn) – auch bewährte Randfiguren wie der gemäßigte General Gogol (Walter Gotell) und US-Geheimdienstler Felix Leiter (hier gespielt von John Terry, „Lost“) nicht weiter.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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