Ich bin Nummer Vier (USA 2011)

ich-bin-nummer-vierWeichgespülte Teen-Fantasy hat in Hollywood Hochkonjunktur. Auch Michael Bay („Transformers“) wollte da nicht hinten anstehen und produzierte die Verfilmung von Pittacus Lores Roman „I Am Number Four“. Den münzten die „Smallville“-Erfinder Alfred Gough und Miles Millar in ein Drehbuch um, das unentschlossen zwischen ruraler Coming-of-Age-Romanze und effektreicher Science-Fiction-Action tendiert. Die Beteiligung von prominenten Fachkräften wie Regisseur D.J. Caruso („Disturbia“) und Guillermo del Toros Oscar-prämiertem Stammkameramann Guillermo Navarro („Pan’s Labyrinth“) können da lediglich die formalen Belange stärken.

An der hochglänzenden Machart gibt es denn auch nichts zu bemängeln. Es ist die fade Story mit ihren Charakterklischees und dem vorhersehbaren Auskommen, die das seichte Abenteuer mit vorgefertigtem Blick auf etwaige Fortsetzungen einzig für Zuschauerkreise im Teenager-Alter reizvoll gestaltet. Da können die fiesen Mogadoriens, kriegerische Aliens mit ausgeprägtem Hang zur Weltenzerstörung, noch so düster und unerbittlich dreinschauen. Dass die übrigens eine gewisse Ähnlichkeit zu Ron Perlman aufweisen, liegt mutmaßlich auch an Navarros Beteiligung. Schließlich arbeitete er mit dem Schauspieler neben den „Hellboy“-Filmen auch bei „Cronos“ zusammen.

Die Mogadoriens, angeführt von Kevin Durand („Legion“), sind mit großkalibrigen Laserwaffen und monströsen Flughörnchen auf die Erde gekommen, um die letzten neun Überlebenden des Planeten Lorien zu töten. Warum das so sein muss, bleibt unklar. Vielleicht gebietet ihnen das Kriegsethos, einmal attackierte Völker gefälligst gänzlich auszurotten. Die besagten neun Hoffnungsträger wurden vor der Zerstörung ihrer Welt als Kinder zur Erde gebracht. Einer von ihnen, genauer Nummer Vier, ist John (Alex Pettyfer, „Beastly“), der mit Beschützer Henri (Timothy Olyphant, „Deadwood“) ein Leben auf der Flucht führt. Ihre Identitäten wechseln sie so oft wie den Wohnort. Zeit für Freunde bleibt da keine.

Das ändert sich in Paradise, Ohio, einer verschlafenen Kleinstadt, in der sich John gleich in die hübsche Hobby-Fotografin Sarah (blass: Dianna Agron, „Glee“) verliebt. Doch neben ihrem Ex-Freund und der sozialen Ausgrenzung muss er sich auch mit seinen wachsenden Superkräften auseinandersetzen. Gegen die Mogadoriens, die bereits drei der Flüchtigen aufspüren und töten konnten, kommen ihm die aber durchaus gelegen. Die Zeit bis zum aufwändig getricksten und zerstörungsintensiven Showdown, in dem vor allem die John zu Hilfe eilende Nummer Sechs (tough: Teresa Palmer, „Duell der Magier“) Taten sprechen lässt, wird zu üppig mit schwülstigem Teenie-Kitsch angereichert, als dass Carusos Film wirklich Spannung generieren könnte. Die Zutaten sind schlicht zu bekannt, die Erzählweise ist einfach zu beliebig. Ein bisschen mehr Mut hätten die Macher da schon haben dürfen.

Wertung: (4 / 10)

 

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