I Am Revenge – Violencer (2018, Beatdown Hardwear)

„If you don’t give a fuck about others, then I don’t give a fuck about you.” – ‘Tough Ain’t Enough’

„Influencer“ war gestern. Heute ist „Violencer”. Beim vierten Album von I AM REVENGE könnte man den Titel als durchaus programmatisch erachten – die Überzeugungskraft mit Worten wird durch die der Faust ersetzt. Vorwiegend im übertragenen Sinne. Doch die Musik der Hamburger lädt – instrumental wie textlich – tatsächlich zum Aufstand ein. Die Platte ist ein Produkt der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklung. In Deutschland. In Europa. In immer mehr Teilen der Welt.

Entsprechend deutlich sind die Worte, mit denen sich die Band gegen etwaige Missstände (u. a. soziale Ungleichheit, Kriegstreiberei, Egomanie) erhebt. Die künstlerische Attitüde fußt dabei auf einem Mix aus Ghetto-Setting (mit Anklang an den Geist des BIOHAZARD-Klassikers „State of the World Address“) und brachialer Beatdown-Kelle. Eben Metal-Hardcore nach BDHW-Bauart. Frontmann Okan ist weit weniger als das zusätzliche „r“ im Namen von einem Wirbelsturm entfernt.

Mit wutspeiender Energie treibt er die von Gastshoutern wie Alex Taylor von MALEVOLENCE oder Jay Ruddies von HARM/SHELTER veredelten elf Brecher nach vorn. An Abwechslung mangelt es nicht, wenn das Gaspedal mal mehr, mal weniger kräftig durchgetreten wird und der Hardcore, neben wuchtigen Breakdown-Passagen, punktiert auch seine metallisch-melodische Seite offenbaren darf. Bei Tracks wie dem eröffnenden Titelstück, „No Alternative“ oder dem kernigen Rausschmeißer „Tough Ain’t Enough“ sollte kollektives Ausrasten im Pit ohnehin garantiert sein. In diesem Sinne: Fäuste geschwungen und ab dafür.

Wertung: (7,5 / 10)

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