Hooligans (GB/USA 2005)

hooligans-2005Es gibt sicherlich nichts Schlimmeres für einen Schauspieler, als auf nur eine Rolle bzw. einen bestimmten Charakter reduziert zu werden. Elijah Wood hat wohl solch ein „Problem“, schließlich rettete er in „Der Herr der Ringe” doch die Welt vor dem Bösen und wird für viele wohl immer der kleine Hobbit Frodo bleiben. Er selbst scheint aber darauf keine Lust zu haben, sein kleiner verstörender Auftritt in der Comic-Genialität „Sin City“ bewies dies und auch mit seinem Mitwirken in Lexi Alexanders „Hooligans“ entfernt er sich weiter vom Halbling-Image.

Der junge Matt (Wood) studiert Journalismus an der angesehenen Harvard-Universität, wird dort jedoch wegen eines angeblichen Drogendeliktes verwiesen, was er seinem reichen Zimmernachbarn verdankt, der die Schuld kurzerhand Matt in die Schuhe schiebt. Gefrustet macht er sich nach London auf, um seine Schwester Shannon (Claire Forlani) mit ihrem Mann zu besuchen. Mit dessen Bruder Pete (Charlie Hunnam) zieht Matt kurzerhand um die Häuser und findet sich gleich im Fußballstadion von West Ham United wieder. Pete ist der Anführer einer Gruppe junger Leute, die sich regelmäßig mit rivalisierenden Fangruppen handfeste Auseinandersetzungen liefert. Auch Matt wird bereits nach seinem ersten Besuch eines Fußballspiels von der Gewalt eingeholt. In der Gruppe fühlt sich der „Yankee“ schnell wohl und kann sich sogar einen Namen bei den Sauf- und Prügelbrüdern machen, was allerdings zwangsläufig zu Konflikten mit seiner Schwester führt.

Filme zum Thema Fußball und Gewalt sind so eine spezielle Sache, einige Male versucht, doch selten wirklich packend umgesetzt. „The Football Factory“ ist der letzte und noch nicht einmal lang zurückliegende Versuch, der sich mit Hooligans und ihrem Leben auseinandersetzte. Dort wurde der Alltag der Personen beschrieben, die sich jede Woche aufs Neue den Schädel einschlagen, aber auch aus ganz „normalen“ Familienvätern bestehen. In eine ähnliche Richtung tendiert auch Alexanders „Hooligans“, nimmt aber auch hier ähnliche Hindernisse mit, wie etwa der erwähnte „The Football Factory“. „Hooligans“ schafft es auch nicht, die Geschichte glaubwürdig von der Spirale aus Alkohol und Gewalt abzugrenzen. War es in „The Football Factory“ die unzulänglich beantwortete Frage nach Sinn und Unsinn des Wochenend-Massakers, so ist die Unglaubwürdigkeit hier in Form von Elijah Wood festzumachen. Dieser spielt seine Figur zwar ordentlich, allerdings wirkt sein Aufstieg vom Harvard-Studenten zu einem geachteten Vorzeige-Schläger binnen kürzester Zeit arg an den Haaren herbeigezogen. Dies kann auch die brüchige Rahmenhandlung zwischen Freundschaft, Ehre und Loyalität nicht kaschieren.

So vorhersehbar die Handlung, so belanglos ist sie letztlich auch. Die Erlebnisse von Elijah Wood haben lediglich eine Art Erziehungscharakter, die Menschen, die in den vorangegangen anderthalb Stunden auf der Strecke geblieben sind, interessieren inmitten des unbefriedigenden Finales nicht mehr. Neben Wood kann sich darstellerisch Charlie Hunnam („Unterwegs nach Cold Mountain“) als Anführer der West Ham Firma auszeichnen, während Claire Forlani („Rendezvous mit Joe Black“) hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt und sie keinerlei Momente hat, um sich auszuzeichnen. Wie seine Artgenossen „Ultra“ oder „The Football Factory“ fesselt auch „Hooligans“ nicht, sondern spult seine Alibi-Handlung bemüht herunter. Zwar legt Lexi Alexander bewusst viel Wert auf die Menschen und deren privates Umfeld, doch funktioniert der Film weder als Actionfilm noch als Drama überzeugend.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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