(Hed) p.e. – Evolution (2014, Pavement Entertainment/Soulfood)

hed-pe-evolutionFrüher, ja früher war alles besser. Betrachtet man (HED) P.E., lässt sich das sogar bestätigen. Denn nach 20 Jahren und mittlerweile neun Platten kommt man kaum umhin, sich die Zeit kurz nach der Jahrtausendwende zurückzuwünschen. Denn da klang die Mischung aus Rap-Vocals, Alternative, Metal und Reggae noch frisch. Heute ist das anders. Zwar zeugt „Evolution“, der neueste Streich der unkaputtbaren Kalifornier, von einer willkommenen stilistischen Sortierung, die insbesondere das experimentelle Potpourri ihrer letzten Werke überschattet, vom Hocker keult dieser solide Crossover-Rückfall jedoch keinen mehr.

Von der ursprünglichen Besetzung ist einzig Frontmann Jared Gomes geblieben, der über die Jahre eine Vielzahl an Mitstreitern kommen und gehen sah. Überraschend allerdings sind (HED) P.E. schon lange nicht mehr. Gomes’ Sprechgesang trifft auf rockiges Gitarrenwerk, Metal-Grooves und Reggae-Rhythmen. Auf „Evolution“ jedoch weniger gebündelt, als vielmehr im Wechsel. Scheinen bei „Lost in Babylon“ verhalten RAGE AGAINST THE MACHINE durch, wird das Kontrastprogramm im ersten Drittel vorrangig durch Percussions oder den üppigen Chor bei „Let It Rain“ ausgebildet. „No Tomorrow“ hingegen probt über tief gestimmte Gitarren und noch tiefere Vocals den Ausbruch.

Den Übergang zu reinrassigem Reggae leitet die Geräusch-Collage „The Higher Crown“ ein, ehe Gemütlichkeit in Bob Marley-Manier dominiert. In sich homogener als zuletzt ist das ohne Frage. Die Begeisterungsfähigkeit hält sich jedoch in Grenzen, da die nahbarere Anordnung der Einzelteile nicht über deren grundlegende Überholung hinwegtäuscht. Zum Geburtstag nur das Beste, aber zu wünschen bleibt dann doch mehr als die aufgeräumte Verwaltung der ewig gleichen Versatzstücke.

Wertung: (5 / 10)

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