Hardsell – Subculture Criminals (2018, Rebellion Records)

Street-Punk ist ein Exportschlager. Keine Band könnte das deutlicher verkörpern als HARDSELL. Gegründet wurde das Gespann Mitte der Neunziger in den Niederlanden. Die Auflösung erfolgte 2003, mit der Übersiedlung von Sänger Kris in die USA. Doch auch dort lodert das Feuer weiter, so dass satte 14 Jahre nach dem letzten Album „Pissed’n’Broke“ der Nachfolger „Subculture Criminals“ erscheint. Das Besondere daran: HARDSELL besteht aus zwei Line-Ups, eines in Nordamerika und eines in Europa. Um in der alten Welt Präsenz zu zeigen, genügt es also bereits, dass Kris ins Flugzeug steigt.

Das von der US-Außenstelle eingespielte Dutzend neuer Working-Class-Hymnen gibt sich klassisch, mit Melodie, rauem Charme und zahlreichen Mitgröl-Parts. Das Tempo ist häufig angezogen, was der Dynamik zweifelsfrei zuträgt. Zwar stellt sich stimmlich eine gewisse Monotonie ein, doch wird die durch packende Refrains – als Anspieltipps dienen „Toe the Line“, das mit weiblichem Gesang veredelte „Suzy Brass-Knuckle“ oder „Where Are the Heroes“ – gekonnt kaschiert. Textlich werden dabei eher dünne Bretter gebohrt: wir gegen die, gemeinsam sind wir stark, Außenseitertum als Lebensgefühl. Der Oi!-Fraktion ist damit solide bis mitreißend Genüge getan. Kein Comeback für die Ewigkeit, aber zweifelsfrei eines mit Schmiss.

Wertung: (6,5 / 10)

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