Coldside – Fuck Your System (2018, Strength Records)

Musik muss nicht originell sein, um zu packen. Das beweisen Bands im Punk- und Hardcore-Segment seit Jahrzehnten. Dabei stört im Einzelfall nicht einmal ein platter Titel wie „Fuck Your System“. Den haben COLDSIDE für ihr neuestes Werk gewählt – und zumindest textlich findet er seine Entsprechung im Rahmen der angepisst vorgetragenen 10 Tracks. Das eröffnende Titelstück, „Ready for War“ oder „United States of Regression“ rechnen mit einem Staatsgefüge ab, das auf Ausbeutung und Unterdrückung fußt. Neu ist das nicht. Aber manche Botschaften können gar nicht oft genug in den Äther geplärrt werden. Und wenn sie dann auch noch derart schnörkellos vorgetragen werden, wie im vorliegenden Falle, können Hardcore-Jünger bedenkenlos die Ohren aufsperren.

Der Vierer aus Florida, der u. a. mit Roger Miret (AGNOSTIC FRONT) und Greg Huff (BISHOPS GREEN) prominente Gastshouter gewinnen konnte, bietet Ostküsten-Dresche mit metallischer Kante und streckenweise aufblitzender Oi!-Attitüde (etwa bei „Street Warriors“). Die Gangshouts sitzen wie ein Maßanzug und anlässlich der Kürze der meisten Beiträge – darunter auch ein von Pat Edge am Mikro unterstütztes Cover des SLAPSHOT-Smashers „I’ve Had Enough“ – bleibt ohnehin keine Zeit, um kritische Gegenstimmen zu formulieren. Das Abdriften in die Gefilde des Street-Punks, das bei „Lions Pride“, einer Ode an den Orlando City Fußball-Club, seinen hymnischen Höhepunkt erklimmt, beschert „Fuck Your System“ willkommene Abwechslung. Unter dem Strich nichts, was man von Combos wie WISDOM IN CHAINS nicht bereits zuhauf vorgesetzt bekam und doch eine Scheibe, die schlicht Laune macht.

Wertung: (7 / 10)

scroll to top