Hard Kill (USA 2020)

Es gab Zeiten, in denen war Bruce Willis ein Hollywood-Schwergewicht. Mit „Stirb langsam“ (1987), „Pulp Fiction“ (1994) oder „Das fünfte Element“ (1997) weist seine Vita unerschütterliche Klassiker auf. Doch mit steigendem Alter werden für die meisten Kinostars attraktive Rollen rarer. So auch für Willis. Auf der großen Leinwand ist er nur noch selten zu sehen. Dafür umso häufiger in Schnellschüssen fürs Heimkinosegment. Einer unter vielen: der qualitätslose Action-Thriller „Hard Kill“.

Der beginnt mit grieseligen Handkamerabildern, die eine erst im späteren Verlauf relevante Schießerei vorwegnehmen. Im B-Segment ist das meist ein Zeichen dafür, dass Action in der Herleitung auf sich warten lässt. Täuschen soll dieser Eindruck nicht. Die dürftige Story dreht sich um Söldner Derek Miller (Jesse Metcalfe, „Dead Rising“), der von seinem alten Kampfgefährten Nick Fox (Texas Battle, „Trauma Center“) angeheuert wird, um Tech-Magnat Donovan Chalmers (Willis) bei der Besichtigung eines potentiellen Baugrundstücks zu beschützen.

Doch der scheinbare Routineauftrag entpuppt sich als Himmelfahrtskommando. Denn Weltumsturz-Terrorist „Der Prediger“ (farblos: Sergio Rizzuto, „Art of the Dead“) hat neben Chalmers Tochter Eva (Lala Kent, „Dragon Warriors“) eine verschlüsselte KI-Technologie in seiner Gewalt, mit der sich die Welt ins Chaos stürzen ließe. Dafür allerdings braucht es ein allein Chalmers bekanntes Passwort. Mit Hilfe des gehörnten Miller und seiner Getreuen (darunter Wrestlerin Natalie Eva Marie, „Tödliches Verlangen“) hofft er, Eva und die Menschheit zu retten. Dabei kommt überaus gelegen, dass Vollblut-Krieger Miller noch eine Rechnung mit dem Prediger offen hat.  

Dass der Plot wenig Sinn spendet, mag gemessen am B-Standard von Matt Eskandaris („Survive the Night“) Schmalspur-Actioner noch verzeihlich erscheinen. Die Dürftigkeit des Gesamtwerks lässt sich aber bereits im sichtlich gelangweilten Spiel von Zugpferd Willis ablesen – selbst wenn sich der einstige Genre-Star beim insgesamt schwachen Ensemble in bester Gesellschaft befindet. Verwundern sollte das angesichts der zäh breitgetretenen 08/15-Plotte und der kostensparenden Kulisse einer Industriebrache kaum. Selbst der Krawallanteil erweist sich als derart uninspiriert, dass „Hard Kill“ sogar für die Maßstäbe, an denen sich Willis im Karrierewinter messen lassen muss, viel zu wenig bietet.

Wertung: 2.5 out of 10 stars (2,5 / 10)

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