Gods of Egypt (USA 2016)

gods-of-egyptGöttlich geht anders. Mit „Gods of Egypt“ präsentiert Alex Proyas („The Crow“) ein generisches Hollywood-Sandalenabenteuer, bei dem altägyptische Mythologie auf zeitgemäßes Blockbuster-Brimborium trifft. Das lässt düster gefärbte Heldengeschichten in „Kampf der Titanen“- oder „Krieg der Götter“-Manier erahnen, entpuppt sich jedoch als märchenhaft angehauchtes und leicht verdauliches Hochglanzprodukt im „Prince of Persia“-Stil. Grundlegendes Interesse weckt die Gegenüberstellung von „Game of Thrones“-Anti-Held Nikolaj Coster-Waldau und „300“-Kampfschwein Gerard Butler. Nur wird deren Präsenz vom künstlichen CGI-Pomp weitgehend aufgezehrt.

Die einleitenden Off-Erzählungen berichten am Rande der Konfusion vom Zustand des alten Ägypten, wo Götter und Menschen gemeinsam existieren. Die mächtigen Überwesen sind größer als ihre normalsterblichen Untertanen und statt Blut fließt Gold durch ihre Adern. Beherrscht wird das Reich vom gütigen Osiris (Bryan Brown, „Australia“), der neben den Göttern auch den Menschen einen Platz in der Nachwelt verheißt. Aus freien Stücken übergibt er die Macht an seinen Sohn Horus (Coster-Waldau), einem kampferprobten Lebemann, der gern irdischen Vergnügungen frönt. Seine Berufung zum König schmeckt Osiris’ Bruder Seth (Butler) gar nicht. So erfolgt am Tag der Krönung der Umsturz. Seth tötet Osiris, besiegt Horus im Zweikampf und raubt ihm das Augenlicht.

In der Folge errichtet der neue Herrscher ein Schreckensregime und lässt sich die menschliche Einkehr ins Himmelreich fürstlich bezahlen. Horus’ große Liebe Hathor (Elodie Yung, „Marvel’s Daredevil“) bandelt dabei mit Seth an, um dem besiegten Horus statt des sicheren Todes die Verbannung zu bescheren. Als es dem gewitzten Dieb Bek (Brenton Thwaites, „Maleficent“), dessen Frau Zaya (Courtney Eaton, „Mad Max: Fury Road“) Seths Baumeister Urshu (Rufus Sewell, „Hercules“) als Sklavin dient, gelingt, eines von Horus’ Augen aus der mit Fallen gespickten Schatzkammer des Despoten zu entwenden, steht dem Widerstand nichts mehr im Wege. Außer natürlich die Dispute zwischen Bek und Horus, die sich in bester Buddy-Movie-Tradition erst zusammenraufen müssen. Denn der Mensch ist nur bereit zu helfen, wenn der verbitterte Gott die bei der waghalsigen Flucht tödlich verwundete Zaya aus dem Reich der Toten zurückholt.

Keine Frage, die Geschichte nimmt schnell Fahrt auf und bietet einiges fürs Auge. Allerdings sind die allgegenwärtigen Computer-Effekte nur vereinzelt imposant (etwa die Schlangenreiterinnen) und wirken nicht selten übersättigt künstlich. Das gilt vor allem dann, wenn sich die Götter in metallische Kreaturen verwandeln und die Action in hektisches Bildrauschen verwandeln. Die prominente Besetzung, darunter Geoffrey Rush („Fluch der Karibik“) als Götter-Großvater Ra, hat diesem optischen Übergewicht wenig entgegenzusetzen. Der lockere Erzählstil macht das flache Fantasy-Spektakel zwar grundlegend unterhaltsam, täuscht aber nicht über die ganzheitliche Substanzlosigkeit und Butlers blasse Schurken-Performance hinweg. Dafür ist der von Chadwick Boseman („The First Avenger: Civil War“) verkörperte Gott der Weisheit zwischen Salat und Sphinx-Rätsel für ein paar Lacher gut. Wer „Gods of Egypt“ auslässt, hat jedoch nichts Maßgebliches verpasst.

Wertung: (5 / 10)

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