Ghost World (USA/GB/D 2001)

ghost-worldI´m a loser Baby!

Die wahren Werte des Menschen liegen jenseits von Hype und Massenkultur. So oder so ähnlich könnte die Devise von Terry Zwigoffs Verfilmung des melancholischen Kult-Comics „Ghost World“ lauten. Die wirft einen bittersüßen Blick auf Menschen, die nicht reich und schön sein müssen, um mit sich und ihrer Umwelt auf Kriegsfuß zu stehen.

So wie Enid (Thora Birch), die die Zeit am liebsten mit ihrer Freundin Rebecca (Scarlett Johansson) totschlägt. Aus naiver Neugierde und Langeweile antworten die beiden auf die Kontaktanzeige von Seymour (Steve Buscemi), einem Außenseiter mit Faible für Kitsch und altem Blues. Der typische Beginn einer untypischen Freundschaft, die alle Beteiligten an ihre Grenzen führt.

Ein Film über Außenseiter, der eben jene Randgestalten des hektischen Alltags irgendwie zu Helden erklärt. Terry Zwigoff („Crumb“) ist mit „Ghost World“ ein kleines Meisterwerk gelungen. Im Stile von Independent-Perlen wie Steve Buscemis „Trees Lounge“ erzählt der Regisseur eine durchweg schrille Tragikomödie voller liebevoll charakterisierter Figuren, mitreißendem Soundtrack und einer Ausstattung, die in der Liebe zu noch so kleinen Details schwelgt. Eine skurrile, melancholische Loser-Ballade, perfekt besetzt und überragend gespielt, mit einer Fülle ausgeflippter Outfits und wirklich schrägem indischen Blues.

Thora Birch („American Beauty“) und Independent-Ikone Steve Buscemi („Animal Factory“) brillieren in den Hauptrollen als Sinnsuchende Außenseiter, während in kleineren Rollen u.a. Brad Renfro („Der Musterschüler“) und Scarlett Johansson („Der Pferdeflüsterer“) überzeugen. Ein kleines Filmjuwel, intelligent und komisch zugleich, das sich nicht nur Programmkino-Freunde unbedingt anschauen sollten.

Wertung: (8 / 10)

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