Ghost Machine (GB 2010)

ghost-machineDas Grauen in der virtuellen Realität ist auch ein alter Hut. Neu sind höchstens die Möglichkeiten der technischen Umsetzung. In „Ghost Machine“ wirkt ein Computer per Spezialhelm auf das Gehirn des Nutzers ein und lässt die Grenzen zwischen Illusion und Wirklichkeit verschwimmen. Ursprünglich für das Kampftraining von Soldaten konzipiert, zweckentfremdet Programmierer Tom (Sean Faris, „Deine, meine & unsere“) die Technik in fröhlicher Männerrunde für ein Ballerspiel. Nur hätte er besser nicht das verlassene Gefängnis zum Austragungsort des Spektakels erkoren.

Chris Hartwills (inszenierte bislang lediglich einzelne Folgen der TV-Serie „Numb3rs“) wenig aufregende Science-Fiction-/Horror-Melange baut auf bewährte Formeln der Spannungserzeugung, hat neben grundlegenden Griffen in die Mystery- und Thriller-Klischeekiste aber wenig zu bieten. Nachdem Tom die Apparatur mit Kumpel Vic (Luke Ford, „Die Mumie – Das Grabmal des Drachenkaisers“) im verwaisten Knast aufgebaut und das Spiel mit zwei Probanden gestartet hat, gesellt sich bald ein rachsüchtiger Geist hinzu, der aus Spaß blutigen Ernst macht.

Visuell ambitioniert bringt Hartwill die simple Geschichte auf Kurs. Nachdem die technischen Möglichkeiten erläutert und die Protagonisten vorgestellt sind, hält das Grauen Einzug. Den Rest sollen unverbrauchte Jungdarsteller und das Bewusstsein eines gewaltsam zu Tode gebrachten Frauenzimmers richten. Doch obwohl die britische B-Produktion mehr sein will als nur ein weiterer Abzählreim gewöhnlicher Slasher-Standarten, gerät der Film gerade über die bemühte Ausweitung des Plots immer mehr aus dem Ruder.

So muss der Militärschleifer (Richard Dormer, „Lady Henderson präsentiert“), unter dessen Knute die Technik zur Rekrutenschärfung eigentlich eingesetzt wird, für den Tod der geisterhaft das Computerprogramm an sich reißenden Frauengestalt verantwortlich sein. Zudem erweist sich Tom als Ghostbuster mit Allmachtsfantasien und Vics Schwarm, Soldatin Jess (Rachael Tylor, „Transformers“), darf mit Heldenmut den Tag retten. Die soliden Darstellerleistungen und passable Effekte retten den Streifen vor dem Absturz. Mehr als ein verzichtbares Routineprodukt bleibt trotzdem nicht.

Wertung: (4 / 10)

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