Futurekick (USA 1991)

futurekickLange stand Roger Corman („Death Race 2000“) für B-Filme mit Herzblut. Unter ihm verdienten sich Hollywood-Legenden wie Francis Ford Coppola oder Jack Nicholson erste Sporen. In den Neunzigern aber sank neben den Budgets auch die Qualität. Spürbar ist das unter anderem bei „Futurekick“, einem krausen Mix aus Science-Fiction-Thriller und Kickbox-Actioner, der irgendwo zwischen „Blade Runner“ und „Total Recall“ die Endzeit bemüht. Für das Antlitz der irdischen Gesellschaft bedeutet das einmal mehr preisbewusste Hinterhof-Kulissen, düstere Schmuddel-Interieurs und kurios kostümierte Straßenkrieger.

In diesem Zukunftsentwurf ist die Erde, natürlich beherrscht von mächtigen Konzernen, in ewige Dunkelheit gehüllt. Wer es sich leisten kann, siedelt auf den Mond um. Von dort kommt Nancy (Meg Foster, „Sie leben!“), mit Stock-Footage aus Cormans bevorzugt geplündertem „Sador“, um mehr über den Mord an ihrem Gatten zu erfahren. Mit Hilfe des kampferprobten Synthetik-Menschen Walker (Don „The Dragon“ Wilson, „Lion Strike“) kommt sie einem skrupellosen Geschäftsmodell auf die Spur, bei dem die Erneuerung des Körpers durch gewaltsam entnommene Organe dritter vollzogen wird.

Warum Walker nun ausgerechnet von der Konzernpolizei gejagt wird, erschließt sich nicht zwingend. Gut, er ist das letzte von zehn Versuchsmodellen zur Eindämmung des Verbrechens, das sich gegen die kriminellen Schöpfer stellte. Mit der eigentlichen Plotte aber hat das mal rein gar nichts zu tun. Da der knapp 75-minütige Streifen aber spürbare Mühe hat, überhaupt einen halbwegs rot angehauchten Faden zu präsentieren, sind narrative Auswüchse wie diese großmütig zu vernachlässigen. Zum Tragen kommt die Verfolgung des Kunst-Kriegers ohnehin nur dann, wenn mal wieder ein paar Fressen verbeult werden müssen.

Wie aus dem Nichts erscheint er dann auf den Überwachungsmonitoren seiner Häscher, die ihn ja eigentlich auch bei der Arbeit als Kopfgeldjäger oder einfach zu Hause überraschen könnten, und gibt ihnen bei versuchtem Zugriff saures. Ebenso ihr Fett weg bekommen die miesen Organräuber, unter die sich mit dem gern verheizten Chris Penn („Reservoir Dogs“) auch ein Hauch von Prominenz mischt. Für den geneigten Freund qualitätsloser Unterhaltung hält Produzent Corman (zumindest im unzensierten Original) noch entnommene Herzattrappen, eine absurde Enthauptungssequenz und eine Schlusspointe von besonderer Sinnlosigkeit bereit. Gesehen haben muss man „Futurekick“ aber selbst als eingefleischter B-Fan nicht.

Wertung: (3,5 / 10)

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