Dragon Fire (USA 1993)

dragon-fire„Okay ihr Diebe, ihr Massenmörder, Hurenböcke und Tunten, Willkommen im Ring.“ – der Zeremonienmeister

Wenn Verleihcover den Mund zu voll nehmen: Dominic LaBanca, so zitiert der Klappentext soll die Van Dammes, die Seagals vergessen machen. So einer müsste doch das Zeug zum Star haben rauscht es durch den Sinn. Aber Moment, wir wandeln doch durch das Metier des B-Films, wo noch jeder Piesepampel ohne Berechtigung zum neuen Kickbox-Kaiser gekürt wurde. LaBanca ist natürlich auch so einer. Die erste Hauptrolle ist gleich die letzte, danach wird man als Sparringpartner erfolgreicherer Kollegen verheizt oder geht gleich wieder am Straßenrand Felgen polieren.

Dieser eine Auftritt des Kampfkünstlers und Fitnesstrainers weckt aber durchaus freudige Erinnerungen, was neben dem akut unterirdischen Schauspiel an der allgegenwärtig unfreiwilligen Komik liegt. Die Handlung ist zu vernachlässigen, die spulte Regisseur Rick Jacobson bereits in „Full Contact – Mit blanken Fäusten“ ab, der wiederum ausgiebig bei der Roger Corman-Produktion „Bloodfist Fighter“ abkupferte. Corman ließ auch hier wieder ein paar Dollar springen, mit denen das Geschehen gleich in die Zukunft verfrachtet wurde. Schmierige Studiokulissen und Endzeit-Punks inklusive.

LaBanca ist Laker Powers, dessen Bruder nach einem Martial-Arts-Turnier feige ermordet wird. Um den Täter ausfindig zu machen, stürzt er sich selbst ins Gefecht. Als Trainer steht ihm der windige Slick (Kisu, „Sworn to Justice“) zur Seite, unter dem die Kaffeesatzweisheiten („Bist du stark, dann täusche Schwäche vor“) nie zu versiegen scheinen. Daneben freundet sich Powers mit Eddie (eine Perle des Overactings: Harold Hazeldine, „Ring of Fire“) an, in dessen Schwester (Pamela Runo, „Future Shock“) er sich natürlich verguckt. Und weil sie sich als Stripperin verdingt, kommt auch fadenscheinige Nacktheit nicht zu kurz. Corman weiß, wovon Männer träumen.

Die Kampfsequenzen wecken ob der Mitwirkung namhafter Martial Artists Neugier, lassen in Choreographie und Umsetzung aber die Qualitäten der beteiligten Chargen weitgehend ungenutzt. Der aus Trash-Perspektive respektable Unterhaltungswert generiert sich somit aus dem Unvermögen der Fighter als Darsteller (siehe auch Randall Shiro Ideishi, „Death Match“), die zudem Sätze wie „Oh Mann, du blockst schon wieder mit deinem Gesicht“ ablassen dürfen. „Dragon Fire“ lebt ganzheitlich von geklauten Ideen und dem Charme eines süffisanten Rohrkrepierers. Dass man von Dominic LaBanca nicht mehr zu sehen bekam, wirkt dennoch fast wie ein Segen.

Wertung: (4 / 10)

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