Futurama: The Beast With a Billion Backs (USA 2008)

futurama-the-beast-with-a-billion-backs„Hey, other universe, bite my shiny metal ass!” – Bender

„Bender’s back, Baby”, die Zweite. Die Nachricht von der Rückkehr der „Futurama“-Crew auf die Mattscheibe schlug in Nerd-Kreisen ein wie eine Bombe. Für Fox ein lang verhandeltes, letzten Endes aber lukratives Einlenken. Denn „Bender’s Big Score“, der erste von insgesamt vier geplanten Straight-to-DVD-Spielfilmen, verkauft(e) sich prächtig, so dass verbliebene Zweifel leicht zerstreut wurden. Bei manchem Fan jedoch wuchsen sie. Kann das Konzept auch in gedehnter Variante funktionieren? Natürlich kann es das, wenn die Schattenseiten im zweiten Anlauf auch stärker offenbar werden als zuletzt.

Die Handlungsstruktur von „The Beast wWth a Billion Backs“ (dt. Titel: „Die Ära des Tentakels”) nämlich wirkt undefiniert und verheddert sich in verschiedenen Subplots, bei denen neben der Erzählung auch der Humor nicht so platziert wirkt wie gewohnt. Und dennoch sind die Anspielungen auf das eigene Universum wie gehabt vielfältig und auch der anspielungsfreudig parodistische Witz bleibt – diesmal unter anderem durch das Zutun von Gastsprecher Stephen Hawking – erhalten. So ist in der Zukunft also eigentlich alles beim Alten. Doch halt, eine Neuerung offenbart sich frühzeitig, nämlich Colleen, die im Original von Brittany Murphy („Sin City“) gesprochene Freundin des interstellaren Lieferjungen Philip J. Fry.

Die Romanze zwischen ihm und der einäugigen Raumkapitänin Leela muss also vorerst auf Eis liegen. Doch das junge Glück ist nicht von Dauer, schließlich lebt Polizistin Colleen mit vier anderen Kerlen zusammen. Und dann ist da auch noch der am Himmel klaffende und vorerst nicht weiter beachtete Riss im Universum, zu dessen Erkundung selbstverständlich die Planet Express-Crew abgestellt wird. In der fremden und nicht für Roboter erreichbaren Galaxie findet sich ein planetengroßes Lebewesen, dessen Tentakel durch den Spalt bis auf die Erde reichen. Dort dockt die vielarmige Kreatur an die menschlichen (und alle anderen) Körper an und unterwirft damit den gesamten Planeten.

Metallmann Bender mischt derweil die sagenumwobene Liga zum Schutze der Roboter auf und verstrickt sich in eine Fehde mit Soap-Star Calculon, die sich zur neuerlichen Rebellion der Maschinen auswächst. Als Marionette des fremden Wesens, das der Menschheit früher bereits als göttlicher Inspirationsquell diente und das doch eigentlich bloß einsam ist, steigt Fry zum Tentakel-Papst auf. Nur die wehrhafte Leela entzieht sich dem Zugriff der Fangarme und versucht der Entwicklung Einhalt zu gebieten. Die von „Simpsons“-Schöpfer Matt Groening erdachte Reihe war schon besser in Form. Aber „Futurama“ bleibt „Futurama“, so dass selbst dieser schwächere Ausreißer das Vergnügen nur peripher trüben kann.

Wertung: (7 / 10)

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