Futurama: Into the Wild Green Yonder (USA 2009)

futurama-into-the-wild-green-yonderVielleicht waren die Erwartungen einfach zu hoch, als Fox verlauten ließ, die brillante Science Fiction-Trickfilm-Satire „Futurama“ in vier Straight-to-DVD-Filmen fortsetzen zu wollen. Lange hatte sich der Sender gesträubt, dem hartnäckigen Bitten, Betteln und Flehen der Fans dann aber doch nachgegeben. Selbstverständlich nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit heraus. Die Stimmen waren zahlreich und zahlreiche Stimmen sind gleichbedeutend mit einer potentiell breiten Kundschaft. Nachdem diese nun artig ihren (finanziellen) Beitrag geleistet hat, ist die Zukunft des Formats wieder ungewiss.

Obwohl die Erwartungen mit jedem neuen Filmableger schwanden, dürfte das womöglich finale Kapitel der Saga noch einmal die kühnsten Träume der nerdigen Anhängerschaft beflügeln. Doch gerade in dieser Hinsicht üben sich die Macher um „Simpsons“-Schöpfer Matt Groening in Zurückhaltung. Das ist gut so, denn ein großer Knall in der Dramaturgie könnte als Rückzug, als freiwillig ausgewiesener Schlussakt verstanden werden. So aber endet der vierteilige Epilog ohne großes Aha-Erlebnis und behält sich damit noch viel (Welt-)Raum für weitere Ergänzungen offen.

Die Handlung von „Into the Wild Green Yonder“, im Deutschen weniger kunstvoll „Leela und die Enzyklopoden“ betitelt, umgibt sich mit dem gewohnten Hauch von Komplexität, hier aber wieder im Kombinat mit dem zuletzt vermissten ideologischen Hintersinn: Um den von Mars-Millionär Leo Wong (Vater der Planet Express-Assistentin Amy) geplanten interstellaren Golfkurs zu stoppen, avanciert Mutantin Leela zur Öko-Terroristin. Lieferjunge Fry gibt mal wieder den Auserwählten und soll – das nicht eben stark geforderte Gehirn macht‘s möglich – mit plötzlichen telekinetischen Fähigkeiten einen von ausgestorbenem Leben blühenden Asteroiden vor der Zerstörung bewahren.

In der zunehmenden Überlappung der Handlungsstränge werden auch die übrigen Haupt- und diverse Nebenfiguren (stets herausragend: Truppenbefehlshaber Zapp Branigan) integriert. Roboter Bender, der sich auf eine verhängnisvolle Affäre mit der Gattin des Robo-Mafiapaten einlässt, kommt etwas kurz, dafür wird das Verhältnis von Fry und Leela noch einmal – und mit überraschender Bekundung – vertieft. Mit insgesamt weniger Anspielungen, Querverweisen und Gastsprechern („Family Guy“-Schöpfer Seth MacFarlane singt den Sinatra-mäßigen Titelsong), dafür aber wieder mit gesteigertem Tempo, mehr Charme und dramaturgischer Cleverness. Das möglicherweise letzte Kapitel von „Futurama“ wird damit immerhin zum besten der vier Filme.

Wertung: (8 / 10)

 

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