Futurama: Bender’s Game (USA 2008)

futurama-benders-gameGroß war die Freude als Fox verlauten ließ, die eingestellte TV-Trickfilmreihe „Futurama“ in Form von Straight-to-DVD-Filmen fortleben zu lassen. Geplant sind zunächst vier abendfüllende Abenteuer des interstellaren Logistikunternehmens Planet Express und der exzentrischen Crew um die einäugige Raumkapitänin Leela, den minderbemittelten Lieferjungen Fry und den vermenschlichten Roboter Bender. Deren drittes, „Bender’s Game“ betitelt, setzt den mit „The Beast With a Billion Backs“ – im Deutschen wurde daraus „Die Ära des Tentakels“ – gesetzten Abwärtstrend fort.

Der Brillanz der Serie können die Filme nicht das Wasser reichen. Fraglich ist nur, ob sie das überhaupt müssen. Nach Jahren der Abstinenz sind die schrägen Comic-Helden aus der Feder von „Simpsons“-Schöpfer Matt Groening zurück. Grund zur Klage sollte es da eigentlich nicht geben. Und doch fehlt den Nachproduktionen das gewisse Etwas, diese anarchische Frische, die sich in den 22-minütigen Episoden unter hohem Tempo leicht zum hintersinnigen Gagfeuerwerk verdichten ließ. „Bender’s Game“ beginnt vielversprechend, mit dem gewohnt umwerfenden Einfallsreichtum und Reminiszenzen an die Populärkultur. Am Ende geht den Machern aber erneut die Puste aus.

Hervorzuheben ist das neuerliche Aufgreifen des an die „Twilight Zone“ angelehnten TV-Formats „The Scary Door“, bei der diesmal H.G. Wells „Krieg der Welten“ auf die Schippe genommen wird – mit einem Tyrannosaurus Rex. Ansonsten wirkt sich die Rückkehr der Industrie-Magnatin Mom, einer skrupellosen Furie in der Verpackung einer liebenswerten Großmutter, positiv auf die Dynamik der Erzählung aus. Sie nämlich versucht in den Besitz eines Elements zu gelangen, mit dessen Hilfe sich ihre Monopolstellung als Treibstoffmagnatin aufheben ließe. Müßig zu erwähnen, dass sich dies begehrte Objekt ausgerechnet im Besitz des zerstreuten Planet Express-Inhabers Professor Farnsworth befindet.

Ausgetragen wird der Kampf letztlich in einer von Bender fantasierten Parallelwelt, in die er sich flüchtete, als er durch übermäßige Beschäftigung mit dem klassischen Pen & Paper-Rollenspiel „Dungeons & Dragons“ unter akutem Realitätsverlust zu leiden begann. Fortan werden zwar eifrig Zitate zu einschlägigen Sagen wie „Der Herr der Ringe“ und „Star Wars“ gewälzt, die humoristische Dichte erweist sich jedoch als nicht eben beständig. Ausreichend Spaß macht das Ganze aber immer noch und funktioniert obendrein als charmante Erweiterung des „Futurama“-Kosmos. Kritik mag angebracht sein, Fans jedenfalls werden auch bei diesem Nachschlag zugreifen.

Wertung: (6,5 / 10)

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