French Connection II (USA 1975)

french-connection-2Vier Jahre nach seinem Durchbruch in „French Connection“ kehrte Oscar-Preisträger Gene Hackman als ´Popeye´ Doyle auf die Leinwand zurück. Die Fortsetzung des Klassikers besorgte John Frankenheimer („Die Prophezeiung“), wie Vorgänger William Friedkin ein meist um Realismus bemühter Handwerker. So erweist sich auch seine Handschrift als Ideal für den authentischen Stoff, der Doyle in zweiter Instanz auf französischem Boden gegen Drogenboss Alain Charnier (Fernando Rey, „Die Kameliendame“) zu Felde ziehen lässt. Leicht aber macht der es seinem Widersacher nicht.

In Marseilles wird der New Yorker Polizist, noch immer durch seine arrogante Starrköpfigkeit behindert, vom Kollegen Barthélémy (Bernard Fresson, „Jedem seine Hölle“) in Empfang genommen. Was der Amerikaner nicht ahnt, er ist ein Lockvogel, um den übervorsichtigen Charnier aus der Reserve zu locken. Das funktioniert: Er lässt Doyle entführen und über Wochen mit Heroin vollpumpen. Als er sicher ist, seiner Geisel keine wertvollen Informationen mehr entlocken zu können, lässt er ihn frei. Der Gegenschlag wird kommen. Zuvor jedoch muss Doyle durch den kalten Entzug.

Der nimmt Zeit in Anspruch. In der Realität wie im Film. Niemand darf von Doyles Sucht erfahren, weshalb Barthélémy ihn in einen Keller sperrt und unter großen Qualen – Hackman läuft dabei zu absoluter Hochform auf – vom Einfluss der Drogen befreit. Erst danach steuert die Fahndung nach Charnier, der selbstverständlich wieder mit allen Tricks an der Auslieferung einer gewaltigen Menge Kokain feilt, auf ihren unweigerlichen Schlusspunkt zu. Und tatsächlich sieht es wieder so aus, als könnte der großväterlich wirkende Verbrecher ungeschont davonkommen.

Selbst wenn „French Connection II“ nicht über die bestechende Brillanz des Vorgängers verfügt, so schuf Frankenheimer dennoch einen packenden und dreckigen Krimi mit einem wiederum furiosen Auftritt Hackmans. Auf Action wird abermals kein gesteigerter Wert gelegt und die Zeit lieber mit den kulturellen wie dienstlichen Anpassungsproblemen Doyles gefüllt. Erst am Ende hält die Rasanz Einzug, wenn Charniers Drogenlabor ausgehoben wird und der US-Ermittler zur persönlichen Vendetta ansetzt. Seine Figur wirkt dabei noch desillusionierter, von eruptivem Jähzorn und Vorurteilen geradewegs zerfressen. Teil zwei fokussiert so noch mehr auf Doyles isolierendes Verhalten – und geriet damit ebenfalls zum Klassiker.

Wertung: (8 / 10)

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