Four Year Strong – Four Year Strong (2015, Pure Noise Records)

four-year-strong-s-tMit ihrem mittlerweile sechsten Longplayer melden sich die Lieblings-Bartträger des Pop-Punk/Easycore von FOUR YEAR STRONG zurück. Bereits die vorangegangene EP „Go Down In History” hatte Gutes verheißen lassen und die Abkehr vom wenig geliebten Schritt in den Mainstream angedeutet, den noch „In Some Way, Shape Or Form” zuvor gewagt hatte. Was bekommt der Hörer nun geboten? Zunächst einmal Ratlosigkeit. Alle Trademarks von FOUR YEAR STRONG sind zweifelsfrei vorhanden: Rumpelnde, druckvolle Gitarrenriffs, eingängige, poppige Hooklines, eine fette Produktion. Und doch: Im Vergleich zur zuvor veröffentlichten EP wirkt „Four Year Strong” zunächst wie ein nasser Chinaböller – es zündet einfach nicht richtig.

Songs wie „We All Float Down Here” drücken den Hörer zwar mitgröhlend auf den Boden, andere Tracks wie etwa „Wipe Yourself Off Man, You Dead” reißen hingegen schon deutlich weniger mit. An Eingängigkeit mangelt es auch Songs wie „Stolen Credit Card” sicherlich nicht, aber eingängig ist auch die Macarena. Deutlich wird das große Manko von FOUR YEAR STRONG erst wirklich bei der Gegenüberstellung mit dem Magnus Opus, das die Band aus Massachusetts 2010 aus der Taufe gehoben hat. „Enemy Of the World” drückt, drängt und klingt deutlich dringlicher als das Self-titled. Die Songs wirken weniger schwerfällig, die Gitarren strotzen an jeder Ecke vor Spielfreude, die Gesangsspuren klingen euphorisch, begeistert, kämpferisch. „It Must Really Suck to Be Four Year Strong Right Now” bläst in Sachen Spielfreude jeden Song auf „Four Year Strong” aus dem Wasser, „What The Hell Is a Gigawatt” bringt mehr Begeisterung auf den Tisch als ein Großteil der Songs des neuen Albums.

Man könnte wohlwollend behaupten, FOUR YEAR STRONG seien anno 2015 einfach etwas reifer geworden, die traurige Wahrheit ist allerdings, dass FOUR YEAR STRONG anno 2015 wahrscheinlich einfach etwas langweiliger geworden sind. Die Eigenschaften, mit denen sich die Band in die Herzen der Fans gespielt hatte, blitzen zwar gelegentlich auf („We All Float Down Here”, „I’m a Big Bright Shining Star”), alles in allem scheitern FOUR YEAR STRONG aber am eigenen Vermächtnis. Kein Scheitern im Sinne eines versehentlichen Nunchuck-Schlages in die eigenen Kronjuwelen, aber doch ein Scheitern an der hohen Messlatte, die sich die Band selbst gelegt hat.

Wertung: 5.5 out of 10 stars (5,5 / 10)

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