Final Fantasy – Die Mächte in Dir (J/USA 2001)

finalfantasyMit „Final Fantasy” beschreitet das Medium Kino neue Wege, bildet der komplett computeranimierte Spielfilm doch als erster seiner Art rein am Rechner entstandene Darsteller. Den Hollywood-Filmemachern passte es natürlich gar nicht in den Kram, das Rennen um dies revolutionäre Stück Kinogeschichte an die Japaner verloren zu haben. Stolze 100 Millionen Dollar investierte die asiatische Firma Square Inc. in das Projekt, das eine Verfilmung der bekannten Videospielreihe gleichen Namens darstellt. Zumindest dem Titel nach.

Im Jahr 2065 ist die Erde durch einen Meteoriteneinschlag verwüstet. Geisterhafte Aliens treiben in der Trümmerlandschaft der zerstörten Städte ihr Unwesen. Die junge Wissenschaftlerin Aki Ross setzt dabei auf esoterische Maßnahmen, um die Menschheit vor dem endgültigen Untergang zu bewahren. Ihr gegenüber steht der größenwahnsinnige General Hein, der den Invasoren mit militärischen Mitteln zuleibe rücken will. Ein Streit um die richtige Taktik im Krieg gegen die Aliens entbrennt, während der Kampf ums nackte Überleben weiter geht.

Hironobu Sakaguchi ist mit „Final Fantasy” ein Science-Fiction-Epos gelungen, das mit perfekten Computeranimationen von Beginn an zu faszinieren weiß. So brillant wie die technische Ausarbeitung ist die Geschichte selber allerdings nicht. Dem Betrachter wird des öfteren aufgrund der Komplexität des Stoffes erhöhte Aufmerksamkeit abverlangt. Dass jedoch ist nicht das Manko des Films, schliesslich weiß jeder Anime-Fan nicht erst seit Werken wie „Akira” oder „Ghost in the Shell” um das sich gelegentlich einschleichende Unverständnis der vielschichtigen Asien-Fantasien. Vielmehr liegt die Schwäche des Films darin, sich (aufgrund des immensen Erfolgsdruckes) zu sehr dem Standard des amerikanischen Marktes angepasst zu haben.

Die Figuren und ihre Ausarbeitungen, unter tatkräftiger Mithilfe amerikanischer Profis entstanden, wirken zwischenzeitlich ziemlich schablonen- bzw. klischeehaft. So lässt sich eine gewisse Unentschlossenheit zwischen asiatischem Kunst- und amerikanischem Kommerzkino nicht abstreiten. Dass „Final Fantasy” schließlich an den Kinokassen zum finanziellen Fiasko geriet, ist wohl eher darauf zurückzuführen, dass der gemächliche asiatische Erzählstil und die sparsam gestreuten Actionsequenzen auf internationaler Ebene kein Massenpublikum ansprechen. So bleibt es bei einem faszinierenden Stück Kinohistorie, technisch perfekt umgesetzt, aber doch hinter den Erwartungen zurückbleibend.

Wertung: (6 / 10)

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