Fight for Your Life – Ausbruch zur Hölle (USA 1977)

fightforyourlifeEin fast vergessener Nachzügler des Exploitations-Kinos ist der rabiate B-Schocker „Fight for Your Life“, der in Deutschland mit dem Titel „Ausbruch zur Hölle“ bedacht wurde. In dem verhandelt Regisseur Robert A. Endelson Versatzstücke aus Ausbruchs- und Rape ‘n Revenge-Thriller, setzt diese aber in einen unbequem fremdenfeindlichen (und gewollt hintergründigen) Subtext. Dessen Symbolik ist simpel, wenn die gut situierte schwarze Familie Turner als gottesfürchtige Christen an der Wohnzimmerwand mit Bildern von Martin Luther King und John F. Kennedy aufwarten.

In ihre heile Welt bricht der herrisch rassistische White Trash-Gangster Kane (stark: TV-Routinier William Sanderson, „Deadwood“), dem mit zwei Zweckgefährten, einem Mexikaner und einem Asiaten, die Flucht aus dem Polizeigewahrsam geglückt ist. Auf ihrem Weg haben die Männer eine blutige Spur hinterlassen, mit der Pistole vor dem Gesicht eines Babys herumgefuchtelt und wollen im abgelegenen Haus der Turners nun den Einbruch der Dunkelheit abwarten. Aus diesem kammerspielartigen Geiseldrama entspinnt sich ein Psychoduell, das zwangsläufig in einen Strudel der Gewalt mündet.

Einen Großteil der Handlung nimmt die Herabwürdigung der Familie ein. Es beginnt mit rassistischen Bemerkungen – aus Vater Ted (Robert Judd, „Crossroads“) wird verächtlich „Turd“ – und steuert über Drohgebärden, Kindermord und Vergewaltigung der Eskalation entgegen. Handwerklich ohne Klasse oder eigene Note, ist „Fight for Your Life“ beschaffen, wie B- und C-Movies in den Siebzigern eben aussahen. Die Kamera wahrt die Nähe zu Sex und Blut, was die finale Umkehr der Machtverhältnisse ebenso rechtfertigt wie plump erscheinen lässt.

Was Endelson mit seinem moralisch degenerierten Exploiter letztlich will bleibt völlig unklar. Gewalt wird nicht angeprangert, sondern reißerisch ausgeschlachtet. In ihrer Übertreibung wirkt manche Szene gar unfreiwillig komisch, was neben der im Rollstuhl sitzenden Großmutter Turner, die mit unbeugsamem Stolz markige Sprüche klopft, vor allem für die Sterbeszene von Kanes asiatischem Komplizen (Peter Yoshida) gilt. Wenn er unter dem Eingreifen der Polizei am Ende durch eine Scheibe springt, ragt ihm am Boden ein Splitter aus dem Leib, der fast die Ausmaße des gesamten Fensters einnimmt. Positiv hervor sticht aus diesem rohen Sleaze-Thriller nur der beeindruckend degenerierte Sanderson.

Wertung: (3 / 10)

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