Fallbrawl – Chaos Reigns (2015, Beatdown Hardwear)

fallbrawl-chaos-reigns„I can’t believe what I see – Sick humanity.“ – `Human Blood`

Die Welt ist ein verkommener Ort. Das Jahr 2015 hat dies deutlicher gezeigt als viele zuvor: Kriege, Vertreibung, Fremdenhass. Ein Ende dieser Abwärtsspirale scheint nicht in Sicht. Aus diesem beängstigenden Gegenwartsbild speist sich „Chaos Reigns“, das zweite Album von FALLBRAWL in mittlerweile einer Dekade Bandbestand. Allerdings stellt der Vierer aus dem Ruhrpott keinen Appell an die Menschlichkeit in den Mittelpunkt, sondern eine abgründige Hasskappe im Beatdown-Gewand.

Gemahnt der Plattentitel an Lars von Triers „Antichrist“, bei dem ein Fuchs die Worte „Chaos reigns“ knurrt, greift der Opener „Born Free…“ auf einen Monolog aus Gaspar Noés nihilistischem Debütwerk „Menschenfeind“ zurück. Die inhaltliche Marschrichtung sollte damit unmissverständlich klar sein. Selbiges gilt übrigens auch für die musikalische, ist der gnadenlos vorwärtsstampfende Mix aus Metal und Hardcore bei FALLBRAWL, ähnlich den BDHW-Kollegen NASTY (deren Frontmann Matthias bei „Azrael“ Unterstützung leistet, während BORN FROM PAIN-Shouter Rob bei „Human Blood“ mitmischt), doch die Waffe der Wahl.

Natürlich könnte man das mit einem Wort als stumpf abkanzeln – und behielte in einigen Momenten auch durchaus Recht. Aber das Geschick, mit dem die Jungs ihre zweisprachigen Mid-Tempo-Walzen entfalten, an den richtigen Stellen das Gaspedal durchtreten und auch vor melodischen Passagen nicht zurückschrecken, macht die Platte jenseits von Anmut und Feingefühl zum gelungenen Prollo-Schlachtfest. Zwar zündet nicht jeder der 11 Tracks gleichermaßen, mit „Seelenfresser“ oder „Broken Promises“ setzt es aber Backpfeifen, die die Ohren auch im Nachgang noch klingeln lassen. Der Niedergang der Welt hat seinen Soundtrack zweifelsfrei gefunden.

Wertung: (7 / 10)

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