Evanescence – Fallen (2003, Wind-Up Records/Epic)

evanescence-fallenEs stürzt eine neue Goth-Rock Band mit Namen EVANESCENCE auf uns hernieder. „Bring Me to Life“, der Kracher, der sich in den Charts postiert hat, bringt Menschen, von denen man es nie erwartet hätte, zum Kauf der Platte und sie schreien begeistert nach mehr! Es ist sicher mal etwas anderes, eine Frau singen zu hören, die es echt drauf hat. LINKIN PARK und Konsorten werden von Amy Lee und ihren Kollegen herausgefordert. Die Kombination aus Rap-Parts und melodischen Männerstimmen sowie ihrem engelsgleichen Gesang ist eine wunderbare Abwechslung in den Tiefen des Nu-Metal. Krasse Gitarren treffen auf Chöre, Streicher und derbe Vocals.

„Fallen” setzt auf Abwechslung, lässt es mal krachen, bietet aber auch „verträumte“ Stücke wie „My Immortal“. Mal wird zum Nachdenken und Depressionenschieben aufgefordert, doch dann kommt auch schon der nächste Track, wo sie mit Energie und Kraft nur so um sich schleudern. Eine starke Stimme, die sich immer anhört, als koste es keine Mühe, in einer Tonlage zu singen, wo anderen die Stimmbänder reißen würden. Madame Lee weiß ihr Potenzial an den Mann zu bringen und setzt ihre Reize gekonnt ein. 45 Minuten reinster Gefühlsergüsse, die Freude bereiten. Da sieht man doch auch mal, dass Bands, die immer in die „Düster Ecke“ geschoben werden, auch was zu sagen haben.

Allerdings ist „düster“ streng genommen etwas anderes. Was hier geboten wird, ist massentauglich weichgespült. Abzuwarten bleibt, ob es sich hier um eine Eintagsfliege handeln wird oder ob sich dieses Grüppchen weiter behaupten kann. Die breite Masse ist überzeugt, ich hingegen bin gespannt.

Wertung: (7 / 10)

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