Drawn in Blood (D 2006)

drawn-in-bloodEin Killer-Thriller aus deutschen Landen? Die Vergangenheit hat gezeigt, dass auf diesem Gebiet die Standarten Hollywoods auf Kosten eigener Impulse übervorteilt werden. „Tattoo“ und „Antikörper“ boten überzeugende Ansätze, blieben aber nicht mehr als Epigonen der großen Vorbilder: „Sieben“ und „Das Schweigen der Lämmer“. Mit „Drawn in Blood“ versucht Péter Palátsik („Irgendwas ist immer“) einen anderen, bemüht individualistischen Weg. Er zeigt die Tötungen als animierte Trickfilmsequenzen.

Eine Serie grausamer Morde erschüttert Berlin. Marian (Anna Fin, „Schlaflos“) reist von New York in die deutsche Hauptstadt, um ihren Bruder in die Heimat zu überführen. Er hat sich aus dem Fenster seiner Wohnung gestürzt. Diese muss die amerikanische Kunsthändlerin nun auflösen. Dabei lernt sie den Comiczeichner Eric (Tim Williams, „Suche impotenten Mann fürs Leben“) kennen. Der Nachbar des Toten lässt sich beim Sex mit wechselnden Partnerinnen beobachten. Sie sind die Opfer des Serientäters, ermordet nach Vorbild Erics blutiger Bildentwürfe. Aber ist er wirklich der Mörder?

„Drawn in Blood“ ist ein kunstvoller Psycho-Thriller. Auf wörtlicher Ebene. Die Protagonisten verbindet die Leidenschaft zur Kunst. Marian treibt Handel mit ihr, Eric schafft sie, der undurchsichtige Anwohner Bergen (Dan van Husen, „Duell – Enemy at the Gates“) sammelt sie. Aber sie schafft keinen Zusammenhalt, bleibt nur eine Blase, in der sich die Figuren um einen Kern konstruierten Spannungsaufbaus drehen. Atmosphärische Momente sind gegeben, doch entstammen sie in erster Linie bekannten Mustern: ein dunkler Wohnkomplex, zwielichtige Bewohner und Polizeikräfte ohne jeden Schimmer.

Palátsik taucht sein Talent in nachtschwarze Bilder. In diesen tasten sich die Protagonisten vorwärts. Weil sich der Verdacht erhärtet, ihr Bruder könnte selbst ermordet worden sein, stellt Marian mit ihrer Freundin Susann (Luise Bähr, „Weltverbesserungsmaßnahmen“) Nachforschungen an. Die daraus folgende Todesgefahr gipfelt in einen blutigen Showdown, dessen unbefriedigende Auflösung arg konstruiert daher kommt. Die Trickfilmsequenzen bilden einen stimmigen Kontrast zum Thriller-Einerlei, das durch wankelmütiges Schauspiel und den unnötigen englischen Originalton genährt wird. Trotz guter Ansätze eben doch wieder nur Durchschnittsware.

Wertung: (6 / 10)

 

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