Dracula vs. Frankenstein (USA 1971)

dracula-vs-frankensteinVergesst „Freddy vs. Jason“, „Alien vs. Predator“ und erst recht „The People vs. Larry Flint“! Denn den wahren Zweikampf der Giganten gibt es in „Dracula vs. Frankenstein“ zu bestaunen. Und Staunen ist das richtige Wort, gilt es sich ob dieser unsäglich schlechten Trash-Granate doch ein ums andere Mal verdutzt die Äuglein zu reiben. Ein Hingucker ist bereits der farbenfrohe Vorspann, der mit bunten Filtern und sphärischem Wabern Standbilder verschiedener Kreaturen des klassischen Gruselfilms ablichtet. Diese psychedelische Nuance wird sich der gespielte Witz des blanken Horrors bewahren. Schon der Hippies wegen!

Vor den Blumenkindern aber gehört der Plot den ausreichend populären Spukgesellen Frankenstein(s Monster) und Dracula. Der erste liegt tot in einem Sarg, der zweite kauert listig darüber. Gestört wird der Blutsauger, elend schlecht gespielt von Zandor Vorkov („Brain of Blood“), von einem Wachmann (man fragt auf dunklen Friedhöfen aber auch einfach nicht „Who’s there?“), der diesen Frevel natürlich gleich mit einer Blutspende bezahlt. So ganz glücklich zu stimmen scheint der unverhoffte Mitternachtssnack den Grafen, der spricht, als würde er in einen leeren Metalleimer blöken, aber nicht. Schließlich schaut er nach dem Mahl drein wie drei Tage Darmverschluss.

Was sich Regisseur Al Adamson („Die Sadisten des Satans“) bei diesem ausgemachten Schwachsinn, auch bekannt als „Draculas Bluthochzeit mit Frankenstein“, gedacht haben mag, bleibt sein Geheimnis. Von erheiternder Unzulänglichkeit sind aber nicht nur Schauspieler und Drehbuch, auch Masken, Kostüme und Effekte steuern ihr Scherflein Minderwertigkeit zum allumfassenden Wahnsinn bei. Vom Friedhof geht es zum „Creepy Carnival“ an den Pier, wo ein geldhungriger Zwerg und ein quasselnder Professor im Rollstuhl ihr Unwesen treiben. Und als wäre das nicht genug, mischt auch „Wolfsmensch“ Lon Chaney Jr. mit und trägt vergangenen Ruhm mit Schimpf und Schande zu Grabe.

Er mimt Groton, den minderbemittelten Gehilfen jenes Nutty Professors (J. Carrol Naish, „Rio Grande“), der unter dem Namen Frankenstein den notdürftig mit Plaste beschmierten Kunstmenschen zu verantworten hat. Nun verfeinert er die Tricks seiner Geisterbahn mit echten Leichen, um deren Beschaffung sich Groton zu kümmern hat. Dabei erlegt er mit der Axt auch die Schwester von Sängerin Judith (Regina Carrol, „Black Samurai“), die bei der Suche nach der Vermissten erst unter Drogen gesetzt wird und mit Retter Mike (Anthony Eisley, „Monster aus der Tiefe“) schließlich in Frankensteins Gruselkabinett landet.

Dort bittet Dracula, der einen coolen Ring trägt, aus dem er billig einkopierte Blitze schleudern kann und der am Ende auch die Tür zu einer Fortsetzung aufstößt, zur Wiederbelebung des grobschlächtigen Gruselkollegen. Doch mit dem gibt es nach erfolgter Reanimierung wenig Freude. Am Ende balgt sich der undankbare Trampel gar mit dem Vampirfürsten, lässt sich einen Arm ausrupfen und einigt sich am Ende doch auf Unentschieden durch Morgendämmerung. So hat dies vollends bekloppte Kräftemessen der Kult-Monster alles und doch so wenig zu bieten. Nur die Trash-Fraktion lacht sich unverhohlen ins Fäustchen. Wenn sie vor Langeweile nicht längst entschlafen ist.

Wertung: (2 / 10)

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