Django und Sabata – Wie blutige Geier (I 1970)

django-und-sabata-wie-blutige-geierAls der Erfolg des Italo-Westerns zusehends abebbte, wurden die populären Anti-Helden zu Lückenbüßern des Erfolgs. Ein Kuriosum stellt dabei „Django und Sabata – Wie blutige Geier“, der in der deutschen Fassung zwei große Revolvermänner herbei zitiert, obwohl doch bereits im Original ein solcher zum Einsatz kam. George Hilton („Man nennt mich Halleluja“), in Titel und Synchronisation zum Django befördert, ist schon durch den vierläufigen Colt als Nachreichung Sartanas zu erkennen. Dessen Zugkraft reichte aber offenkundig nicht aus, so dass das hiesige Publikum eben mit anderen Epigonen gelockt wurde.

Den gerissenen Scharfschützen Django/Sartana verschlägt es in die Goldgräberstadt des hinterlistigen Bankiers Spencer (Piero Lulli, „Django – Leck Staub von meinem Colt“), dem die gegen kargen Vorschuss anvertrauten Bodenschätze beim gesicherten Abtransport bevorzugt abhanden kommen. Zu diesem Zweck hat er einen Pakt mit dem mexikanischen Banditen Mantas (Nello Pazzafini, „Von Angesicht zu Angesicht“) geschlossen, dessen berüchtigte Horde die Kutschen überfällt und sorgsam alle Zeugen beseitigt, damit der räuberische Schwindel auch ja geheim bleibt.

Nicht erst mit dem späten Auftauchen von Djangos/Sartanas ähnlich zielsicherem Konkurrenten Sabata/Sabbath (Charles Southwood, „Bekreuzige dich, Fremder“) beginnt die klassische Paktiererei, bei der jeder den anderen auszustechen und das Gold allein an sich zu reißen gedenkt. Da kommt Django/Sartana mit Spencer ins Geschäft, der gleichsam mit Sabata/Sabbath kollaboriert, ohne zu wissen, dass der Erstgenannte auch mit Mantas gemeinsame Sache macht. So muss wieder der geschwindeste Finger am Abzug über das Vorrecht auf die begehrte Beute entscheiden. Diese ordentliche Portion blauer Bohnen reichert die arg formelhafte Plotte immerhin mit kurzweiliger Action an.

Wirklich ernst zieht der bewährte Genrefilmer Giuliano Carnimeo („Sartana – Noch warm und schon Sand drauf“) das standardisierte Abenteuer nicht auf, was bei der Fülle an humorig abgeschwächten Klischees auch dankbar angenommen wird. Jedoch fehlt es der Routineproduktion neben eigenen Ideen vor allem an Raffinesse. Beinahe schlafwandlerisch wird die altbackene Story abgehandelt, ohne rechtes Tempo und eigenen Charme. Vereinzelte visuelle Extravaganzen täuschen dann auch nicht mehr darüber hinweg, dass diese zumindest ansprechend besetzte Schose reichlich oft und nicht selten auch deutlich besser abgehandelt wurde.

Wertung: (4 / 10)

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