Beichtet Freunde, Halleluja kommt (I/D/F 1972)

beichtet-freunde-halleluja-kommt„Dir hat man die Vernunft bereits mit dem Grießbrei ausgetrieben.“ – Kain

Eisen soll man schmieden, so lange es heiß ist. Ähnlich verhält es sich mit Filmkonzepten, nur werden die meist geschröpft, bis sich kein Profit mehr aus ihnen saugen lässt. Ein Beispiel ist der europäische Spaßwestern, exemplarisch für selbigen der neuerlich vom mehrfachen „Sartana“-Regisseur Giuliano Carnimeo aufgekochte „Beichtet Freunde, Halleluja kommt“. Die lieblose Fortsetzung des bereits wenig erbaulichen „Man nennt mich Halleluja“ setzt so sehr auf das (bewährte) Rezept des Originals, dass sich die Abnutzungserscheinungen nicht mal mehr durch eine bierselige – und überaus prominent bestückte – Kalauersynchronisation überdecken lassen.

Nachdem im Italo-Western die Ernsthaftigkeit verloren ging, überboten sich die Produktionen mit flachwitzigen Persiflagen. Der ehemalige Kameramann Enzo Barboni („Django“), der dies Subgenre mit „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ (1970) quasi erfunden hatte, machte vor wie es geht. Ihm folgten die Epigonen in Scharen, zusätzlich begünstigt durch den von Sergio Leone protegierten Abgesang „Mein Name ist Nobody“ (1973). Halleluja, erdacht vom etablierten Autor Tito Carpi („Django und Sabata – Wie blutige Geier“), kann da, obwohl er in Anlehnung an „Sabata“ (1969) noch zu den frühen Nachzüglern zählt, nicht mithalten.

Wo Teil eins á la „Sabata“ zumindest noch humorig Leichen auftürmte, verlegt sich der Nachklapp nur noch auf schale Situationskomik und Raufereien nach Spencer/Hill-Manier. Um diese fügt sich die Jagd nach einer indianischen Statue, an der neben dem wieder von George Hilton („Ein Stoßgebet für drei Kanonen“) verkörperten Titelhelden diverse andere Parteien Interesse bekunden. Der abermals bediente Hintergrund der mexikanischen Revolution verkommt dabei zum Lückenbüßer für klischeehafte Figuren, die zu einem Gutteil mit Akteuren des Vorläufers besetzt wurden.

Neben Revolutionsführer Ramirez (Roberto Camardiel, „Das Todeslied“) ist es an Agata Flori („Die 7 Pistolen des McGregor“), diesmal in der Rolle einer Juwelendiebin, im Zwist um das Artefakt mitzumischen. Als ihr Komplize gesellt sich ein Schotte im traditionellen Rock (Lincoln Tate, „Weihwasser Joe“) sowie der dubiose Geschäftsmann Ferguson (Umberto D´Orsi, „Ich tötete Rasputin“), ein vertrottelter Oberst aus Österreichs kaiserlicher Armee und das zerstritten religiöse Brüderpaar Kain und Abel (Nello Pazzaffini, „Adios Gringo“) hinzu. Reihum wird sich das Beutestück also abgeluchst und auf niederem Niveau geblödelt. Eigene Ideen machen sich rar, ebenso echtes Amüsement. Ein Film, so überflüssig wie dusselig.

Wertung: (3 / 10)

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