Fireflash – Der Tag nach dem Ende (I/F 1983)

fireflashDie Größe wahrer Helden offenbart sich erst im Angesicht ihres Scheiterns. Von diesem Standpunkt aus betrachtet müsste Parsifal (die deutsche Fassung nannte ihn Flash) eigentlich mit der Flak gefüttert werden. Denn die Häufigkeit, mit der der Kettenhemd tragende Söldner in Sergio Martinos („Die Insel der neuen Monster“) Endzeit-Actioner „Fireflash“ in scheinbar ausweglose Bedrängnis gerät, würde wohl selbst dem eingefleischtesten Optimisten Tränen der Entmutigung in die Augen treiben. Nicht jedoch ihm, den Michael Sopkiw („Der Monster-Hai“) als (ausreichend) charismatischen Schlagetot mit der Lizenz zum Menschheitretten auslegt.

Um die Erdbevölkerung ist es nämlich mal wieder arg schlecht bestellt im Jahr 2019 (hat sich was mit dem deutschen Untertitel „Der Tag nach dem Ende“). Das transkontinentale Konglomerat Europa, Asien und Afrika hat sich in seiner überbordenden Weitsicht dereinst zur Zündung atomarer Waffen entschlossen und den Planeten in Rauch aufgehen lassen. Die Männerwelt vergrätzte das so sehr, dass sie unverzüglich ihre Zeugungskraft einbüßte. Und so hat sich die kriegstreiberische Bagage im Rudiment von New York, mehr noch dessen putzigem Miniaturmodell eingerichtet und fahndet nach der genetischen Lösung für das drohende Aussterben.

Die ins ewige Eis geflüchtete Konkurrenz der Weltenzerstörer heuert nun jenen Parsifal an, um die letzte unverstrahlte und zugleich zeugungsfähige Frau des Planeten aus dem Big Apple zu retten und auf ein Raumschiff zu schaffen, auf das in fernen Welten eine neue Gesellschaft errichtet werden möge. Also schreitet der Söldner, der natürlich keine andere Wahl hat, mit den Begleitern Ratchet (Romano Puppo, „Riffs II“) und Bronx (Paolo Maria Scalondro, „Ich und der Duce“), der eine mit Augenklappe, der andere mit Stahlklaue, zur Tat. In New York aber patroullieren berittene (!) Milizen, die die kontaminierten Überlebenden zu Forschungszwecken einfangen – oder einfach ausmerzen.

Auf den Schultern von Carpenters „Die Klapperschlange“ geht es durch vermüllte Kulissen und über die Leichen diverser (angeschimmelter) Komparsen. Die Stimmung dieses erstaunlich brutalen, mit platzenden Köpfen und aufgeschlitzten Bäuchen versehenen Endzeit-Trashs gibt sich bei allen budgetbedingten Sparzwängen hübsch verkommen und nihilistisch. Die sich daraus schöpfende Atmosphäre können auch das gestelzte Ende und der mit Fell beklebte George Eastman („Absurd“) als Big Ape nicht untergraben. Actionreich und verkommen – ein altersgemäß minderwertiger aber doch ordentlich fetzender Streifen.

Wertung: (6 / 10)

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