Der Fluch der Fliege (GB 1965)

der-fluch-der-fliegeMit „Der Fluch der Fliege“ erfolgte sechs Jahre nach dem zweiten Teil des Grusel-Klassikers die Abkehr vom Grundmotiv. Denn Insekten sucht man in Don Sharps („Ich, Dr. Fu Man Chu“) mit britischen Geldern finanziertem Nachzügler vergeblich. Stattdessen spinnt er den Niedergang der Forscherfamilie Delambre fort, deren Mühen um einen molekularen Transmitter endgültig ins Desaster driften. Der Titel nimmt dabei lediglich Anteil an den genetischen Erbfolgen der vorangegangenen Experimente.

Die Verbindung von Mensch und Fliege blieb für die Nachkommen nicht ohne Konsequenzen. Zwar glückte die Umkehrung der gescheiterten Versuchsreihe in „Die Rückkehr der Fliege“, zwei Generationen später leidet die Sippe aber unter körperlichem Verfall und rascher Alterung. Einzig die Injizierung eines speziell entwickelten Serums hält den Prozess auf. Dem schier fanatischen Drang, die sensationelle Erfindung zu perfektionieren, beschert solch physisches Gebrechen indes keinen Abbruch.

Im ländlichen Anwesen der Delambres wird mit Hochdruck an Verbesserungsmaßnahmen gearbeitet. Möglich ist mittlerweile die Übertragung menschlicher Körper von Kanada ins ferne England, zwei Gehilfen und die Frau des nunmehr ältesten Sohnes Martin (George Baker, „Man lebt nur zweimal“) hat das Projekt jedoch entstellt und ihrer Menschlichkeit beraubt zurückgelassen. Von einer spontanen Hochzeit wird Martin dadurch aber nicht abgeschreckt. Wenn es sich auch seiner Kenntnis entzieht, dass Braut Patricia (Carole Gray, „Insel des Schreckens“) kürzlich aus psychiatrischer Obacht geflohen ist.

Während sie die zunehmend unheimlichen Geschehnisse auf ihren labilen Geist zurückführt, treibt der radikale Fortschrittswahn von Vater Henri Delambre (Brian Donlevy, „Die Pagode zum fünften Schrecken“) die Familie ins Verderben. Zur Beschleunigung trägt ein hartnäckiger Polizist bei, dem der offenen Fragen noch ein paar zu viele im Laborraum stehen. Als dramatische Ergänzung zum Mythos der „Fliege“ funktioniert die bisweilen sehenswert fotografierte Science-Fiction durchaus brauchbar. Nur zum Gruseln ist der inhaltlich in zu viele Nebenplots verstrickte Film einfach nicht.

Wertung: (5 / 10)

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