Blob – Schrecken ohne Namen (USA 1958)

blob-schrecken-ohne-namen„Beware of the Blob it creeps and leaps / And glides and slides across the floor / Right through the door and all around the wall / A spotch, a blotch be careful of the Blob.” – der Text des Titelsongs

Der schrecken hat einen Namen. Oder auch nicht, sofern man dem deutschen Titel von „The Blob“ glauben schenken mag. Was auch immer man aber von einem B-Film der Science-Fiction erwartet, dieser erfüllt es. Da sind Cabriofahrten vor Studiohintergrund, natürlich inklusive im Ventilatorhauch wehendem Haar, amüsantes Schauspiel und charmante Tricks. Die Hauptrolle, im Übrigen seine erste, spielt ein gewisser Steven McQueen („Papillon“), der ohne das ´n´ im Vornamen zu einer Weltkarriere ausholen sollte. Von der legendären Coolness war er Ende der Fünfziger aber noch weit entfernt.

Sein späterer Starruhm dient dem hübsch altmodischen Streifen noch immer, schließlich beugt er der Vergessenheit vor. Denn der von Irvin S. Yeaworth Jr. („Mördersaurier“) günstig abgedrehte Klassiker um ein schleimiges Gezücht aus dem Weltall unterhält prächtig. Viel mehr als sporadischen Thrill von vorgestern und üppige Dialoge braucht es dazu nicht. Alles dreht sich um einen zur Erde herniedergegangenen Meteoriten, in dessen Innern sich eine zähflüssige Substanz findet, die sich bald als nimmer satter Organismus entpuppt. Und der wächst mit jedem absorbierten Opfer.

Die Bewohner einer US-Kleinstadt geraten damit in akute Lebensgefahr. Nur will den Ausführungen des jungen Steve (McQueen) und seiner Flamme, Rektorstochter Jane (Aneta Corsaut, „Der Bohrmaschinenkiller“), niemand glauben. Am wenigsten Polizist Bert (John Benson, „In 80 Tagen um die Welt“), der einen groß angelegten Streich der Halbstarken des idyllischen Ortes vermutet. Auf sich allein gestellt suchen die Jugendlichen Beweise für ihre Entdeckung. Doch selbst als die Bedrohung nicht mehr zu übersehen ist, bleibt guter Rat teuer. Denn wie soll man einem Monster beikommen, das gegen jede Gewaltzuwendung immun zu sein scheint?

Die launige Musik der Anfangstitel überträgt ihr Spaßpotential auf das Gesamtwerk. Entsprechend sollte man nicht nach mehr als einem trashigen Billigfilm suchen, wenn aus Kostengründen ein Feuer vorenthalten wird oder Janes kleinkindlicher Bruder im Strampelanzug mit Platzpatronen gegen das Monster vorgeht. „The Blob“ ist ein harmloser Vertreter seiner Art, gebettet in ein kleinbürgerliches Weltbild und glasiert mit possierlicher Einfalt. Eindruck hinterließ das Glanzstück des Autokinos dennoch. Eine Fortsetzung und ein Remake folgten, was auf lange Sicht sicher nicht der letzte Auftritt des formlosen Blob gewesen sein mag.

Wertung: (7 / 10)

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