Village of the Damned – Das Dorf der Verdammten (GB 1960)

village-of-the-damned-1960Der Schlaf der Gerechten geht nur als solcher durch, wenn er sich durch Tatendrang redlich verdient wurde. Aber was, wenn er nicht gerecht, sondern durch das Zutun unheimlicher Kräfte erzwungen ist? In „Das Dorf der Verdammten” fällt die englische Gemeinde Midwich aus unerfindlichen – und auch nicht näher spezifizierten Gründen – in die Bewusstlosigkeit. Der Einflussbereich des mysteriösen Komas lässt sich bis auf den Meter genau eingrenzen. Nur erklären kann man das Phänomen nicht. Zumal es sich so plötzlich auflöst, wie es gekommen ist. Bald darauf werden einige Frauen der Ortschaft schwanger.

Ohne großen Aufwand schuf Wolf Rilla („Kairo – Null Uhr“) einen Klassiker der Science-Fiction. Das Ausmaß des unerklärlichen Zwischenfalls wird erst deutlich, als die Kinder zur Welt kommen. Sie alle weisen hellblondes Haar und einen seltsam starren, gefühlskalten Blick auf. Während sich anhand des Lehrers Gordon Zellaby (George Sanders, „Die sieben Männer der Sumuru“) die Befürchtung in der Kleinstadt mehrt, wird über flüchtige Informationen aus Regierungskreisen, schließlich ist sein Bruder David (Martin Stephens, „Schloss des Schreckens“) beim Militär, die ganze Tragweite deutlich. Denn Midwich ist keineswegs der einzige Ort solch rätselhafter Begebenheiten.

Die Kinder verfügen über telepathische Fähigkeiten und sind imstande, die Gedanken anderer Menschen zu manipulieren. Ihnen feindlich gesonnenen Zeitgenossen wiederfährt glühenden Auges übles. Mit Füllszenen hält sich Rilla nicht auf und strafft das unheimliche Szenario auf knapp 75 Minuten. Die Hauptarbeit erledigt Pädagoge Zellaby, der sich der furchterregenden Brut geduldig zu nähern versucht. Er will herausfinden, ob sie über moralische Vorstellungen verfügen, überhaupt zu Gefühlen fähig sind. Als sie eines aufgebrachten Mobs auf ihre Weise Herr werden, entschließt sich der Lehrer zu einem verzweifelten Schritt.

In seiner besonnenen, nur vereinzelt auf Effekte setzenden Realisierung überzeugt der Gruselfilm auch heute noch. Die von den Kindern verübte Gewalt wird nie unmittelbar gezeigt, so dass das eigentliche Grauen ihnen selbst entspringt und nicht ihren potentiellen Fähigkeiten. Der Ursprung des ungewollten Nachwuchses bleibt ungewiss. Ob es nun tatsächlich Menschen sind oder ihre Zeugung außerirdischen Ursprungs ist, bleibt dem Ermessen des Zuschauers vorbehalten. Der Film verbleibt auf einer Ebene des subtilen. Und überragt nicht nur dahingehend John Carpenters Remake von 1995 um ein Vielfaches.

Wertung: (8 / 10)

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