Deadgirl (USA 2008)

deadgirlRickie (Shiloh Fernandez) und J.T. (Noah Segan) sind nicht nur beste Freunde, sie sind auch typische High-School-Individualisten. Da solchen Typen der Sportunterricht wenig Spaß bereitet, suchen sie das verlassene lokale Hospital auf, um dort standesgemäß Gerstensaft zu trinken und das noch intakte Mobiliar zu zerstören. Im Keller des heruntergekommenen Gebäudes entdecken sie hinter einer verrosteten schweren Tür schier Unglaubliches. Auf einem Tisch wälzt sich ein gefesseltes, nacktes Mädchen (Jenny Spain). Doch noch unglaublicher ist die Tatsache, dass das arme Geschöpf eine lebende Tote zu sein scheint!

Anstatt der armen Seele die Freiheit zu schenken, kommen sie auf die grandiose Idee, sie als Sexsklavin zu halten. Doch lange können sie ihr Geheimnis nicht hüten und schon bald weiß die ganze Schule über die hübsche „Willige“ bescheid. Rickie muss sich alsbald nicht nur mit einem dem Wahnsinn verfallenen J.T. und dessen lukrativer Geschäftsidee herumschlagen, er muss auch sein ins Chaos stürzendes Gefühlsleben in den Griff bekommen. Schließlich gilt es zwischen seiner kalten Kellerfreundin und der süßen, für ihn aber unerreichbaren JoAnn (Candice Accola) zu entscheiden.

Alles tot. Die meisten Reflexionen zum Zombie-Genre kommen oft zu dieser Konklusion. Und damit sind nicht zwingend die wankenden Monster gemeint. Im Grunde ist alles erzählt. Meist geht es um eine Handvoll Überlebender, die sich meuchelnd der Apokalypse stellt. Doch glücklicherweise gibt es auch Filme wie „Deadgirl“ (nicht zu verwechseln mit „Dead Girl“ von 2006), die dieser diskreditierenden These Einhalt gebieten. Ein Zombiefilm muss eben nicht immer das allumfassende Ende heraufbeschwören. Und selbst wenn der Tenor, der Mensch sei immer noch die größte Bestie, bestens bekannt ist, wurde dieser nur selten abstoßender präsentiert als hier.

Nekrophilie ist wahrlich kein heiteres Thema. Trotz eines Mangels an ausufernder graphischer Gewalt – am Schluss ist natürlich etwas harmloses Splattern unumgänglich – ist die Prämisse der Geschichte wirklich nichts für schwache Mägen. Wenn J.T. trocken anmerkt, die Kleine wäre ihm zwischen den Beinen zu kalt und zu trocken, aber es gäbe schließlich genug andere Löcher in ihrem geschundenen Körper, dürften nicht wenige Zuschauer stärker zusammenzucken als bei einem fein inszenierten Kopfschuss. Rickie, der sensiblere der beiden Vergewaltiger, darf natürlich als erster ihr Handeln als fragwürdig anerkennen. Seine dunkle Seite wird dadurch aber freilich nicht automatisch egalisiert.

Einige Erzählstränge werden leider nicht zu Ende geführt, doch das fiese Finale macht kleinere Schwächen locker wett. Die ungewöhnliche Ausgangssituation ist für das Genre der lebenden Toten auf jeden Fall als Gewinn zu betrachten, auch wenn die Gorehounds mit der ruhigen Erzählweise und dem Fehlen goriger Action sicherlich nicht zurechtkommen dürften. Die (ähm) anspruchsvolleren Zombiefreaks hingegen schon!

Wertung: (7 / 10)

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