Cortarmao – Demo 2015 (2015, DIY)

cortamao-demo-2015Unbequem, unverfälscht, unverständlich – das sind CORTARMAO. Unbequem, weil sie es der potenziellen Hörerschaft nicht gerade leicht machen. Die Musik der Thüringer ist ein Klangpotpourri an der Schnittstelle von Screamo und Mathcore. Unverfälscht, weil der Vierer konsequent auf Trends und Konventionen pfeift. Das zweistimmige Geplärre verbindet hohe Screams und tiefe Growls, Klargesang bleibt über die rund 7 Minuten überdauernden beiden Stücke ihrer „Demo 2015“ – der Einfachheit halber schlicht „A“ und „B“ betitelt – rigoros ausgespart. Unverständlich, weil die deutschen Texte im tosenden Sturm des Geschreis mit Ausnahme einiger Wortfetzen komplett untergehen.

Dankbar kann man da für den Abdruck der Lyrics im aufwendig gestalteten, in der ersten Auflage auf 101 handnummerierte Exemplare limitierten Digipack sein. Eine klare thematische Linie lässt sich allerdings auch aus ihnen nicht ableiten. Doch da ist noch die Hervorhebung des Wortes „Herzmaschinen“, zu dem auch das Artwork passt, in dem das lebensnotwendige Hohlorgan ins Zentrum eines elektrischen Schaltplans gerückt wird. Vielleicht geht es um die Emotionslosigkeit, die in modernen Gesellschaften immer weitere Kreise zieht. Ein Stück weit bleiben CORTARMAO ein Rätsel. Doch das ist gut so, denn auf diese Weise bewahrt sich dies intensive und bei aller chaotischen Vehemenz trotzdem einfallsreiche Stück klanglicher Extravaganz seinen Reiz. Man darf also gespannt auf mehr sein. Nur könnte der eigentümlich krachschlagende Sound über die Dauer eines Albums fast schon überfordernd wirken.

Physisch oder als „Name your price“-Download erhältlich ist die „Demo 2015“ auf dem Bandcamp-Profil von CORTARMAO.

Wertung: (7 / 10)

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