Collateral Damage (USA 2002)

collateral-damageIn den 80ern war Arnold Schwarzenegger  neben Sly Stallone DIE Action-Ikone schlechthin. So bescherte er der Menschheit meist sinnfreie, dafür aber äußerst unterhaltsame Minuten mit Filmen der Marke „Phantom Kommando”, „Running Man” oder „Predator”. In denen machte er mit übertriebener Brutalität und immer einem lockeren Spruch auf den Lippen Terroristen, Gangstern und Außerirdischen den Garaus. Anfang der 90er katapultierte er sich mit „Total Recall”, „Terminator 2″ und „True Lies” in die Gagenelite von Hollywood, danach ging es aber stetig bergab und Flop folgte auf Flop. Einzig der drei Jahre alte „End of Days”, der zeigte, dass auch ein Schwarzenegger ein gewisses schauspielerisches Talent besitzt, konnte den freien Fall zumindest für kurze Zeit aufhalten. Der folgende „The 6th Day” erwies sich allerdings schon wieder als Totalflop.

Nun also „Collateral Damage”, der aufgrund seiner Thematik erst jetzt mit monatiger Verspätung den Weg in die Kinos findet. Nicht ganz zu Unrecht, denn Arnie spielt einen Feuerwehrmann, der bei einem Bombenanschlag kolumbianischer Terroristen Frau und Kind verliert und sich fortan selbst auf die Jagd nach den Verantwortlichen macht. Aufgrund der Geschehnisse des 11. September 2001 war der Produktionsfirma diese Thematik etwas zu heiß. Doch das wahre Problem liegt woanders. Denn die Helden vergangener Tage funktionieren im modernen Actionkino kaum noch. Verletzlich müssen sie sein, so wie Arnie bereits in „The 6th Day” war und nun auch hier sein darf. Er spielt wieder einen Normalbürger mimt, der aufgrund einer plötzlich eintretenen Katastrophe über sich hinauswächst. Muß ja nicht verkehrt sein, doch dieses Ergebnis kann in keiner einzigen Szene auch nur halbwegs an das Prädikat „Durchschnitt” heranreichen.

Inhaltlich hat sich nicht viel geändert, erfüllt doch Regiesseur Andrew Davis („Auf der Flucht”) erst einmal alle Voraussetzungen, um ordentlich Dampf abzulassen. Doch die Helden haben sich geändert, sind älter geworden und damit leider auch eine Spur langweiliger. Die Falten in Arnies Gesicht sind schon nicht mehr zu zählen und so schleppt sich der alte Wolf mit mimischer Inkompetenz einmal quer durch den Dschungel und zurück. Spätestens dort wünscht man sich einen John Matrix oder Dutch Schaefer herbei, der das ganze Lumpenpack mit größmöglichem Waffeneinsatz, zynischen Sprüchen und der nötigen Brutalität dahinrafft. Ein Gordon Brewer hingegen kümmert sich lieber erst einmal um Frauen und Kinder. Freude bereitet der Film damit kaum.

Regisseur Davis beschränkt sich auf langatmigen Handlungsaufbau und mäßige Action. Die Darsteller passen sich diesem Niveau an, so dass Mimen wie John Turturro („Barton Fink”), Cliff Curtis („Virus”), Elias Koteas („God’s Army”) oder John Leguizamo („Spawn”) regelrecht verheizt werden. Wenn man gut unterhalten wird, sieht man über ein löchriges Drehbuch ja gern hinweg, aber dies ist bei dieser lieblos heruntergekurbelten Fließbandproduktion einfach nicht der Fall. Ob der gute Arnie mit „Terminator 3″ die Kurve kriegt, darf mittlerweile stark angezweifelt werden, denn momentan befindet er sich, wie auch sein alter Spezi Sly Stallone, der in den letzten Jahren ebenfalls eine Bruchlandung nach der anderen hingelegt hat, auf dem Weg in die absolute Belanglosigkeit.

Wertung: (3,5 / 10)

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