John Turturro

  • Jesus Rolls (USA 2019)

    Ein Sequel zur Kult-Komödie „The Big Lebowski“ (1998) erscheint noch immer wie ein ferner Traum. Dass er bislang scheiterte, liegt vorrangig daran, dass die Gebrüder Coen, Urheber des noiresken Geniestreichs, keine Fortsetzungen ihrer Werke drehen. Zumindest bis dato. Als kleines Trostpflaster mag das späte Spin-Off „Jesus Rolls“ dienen, mit dem Autor, Regisseur und Indie-Choryphäe John…

  • Exodus: Götter und Könige (USA/GB/E 2014)

    „God is with us!“ – Mit starkem Beistand: Moses Während der goldenen Ära von Hollywoods Studiosystem hatte der Monumentalfilm seinen festen Platz. Mit (für damalige Verhältnisse) verschwenderischen Budgets, pompöser Ausstattung und Massenszenen wurde – meist in Überlänge – Geschichte lebendig gemacht. Schillernde Beispiele sind der mit 11 Oscars ausgezeichnete „Ben Hur“ (1959), „Quo Vadis“ (1951)…

  • Miller’s Crossing (USA 1990)

    „Look in your heart! Look in your heart!“ – Flehentlich: Bernie Ein Film, der im Schaffen der Gebrüder Coen bedauerlicherweise häufig übersehen wird, ist „Miller’s Crossing“. Dies erste echte Meisterwerk der brillanten Erzählkünstler, die mit „Barton Fink“ (1991) und „Fargo“ (1995) in der Folge neben den Kritikern auch zunehmend das Publikum begeisterten, breitet seine komplexe…

  • Fear X (CDN/GB/DK/BR 2003)

    „I am not a murderer.“ – Harry Nicolas Winding Refn ist einer der aufregendsten Regisseure der Gegenwart. Mit Werken wie „Pusher“, „Bronson“ oder „Walhalla Rising“ erarbeitete sich der Däne den Ruf eines innovativen Exzentrikers. Seine Filme bleiben stets kühl und sperrig, dabei jedoch getragen von visueller Raffinesse. Einem breiteren Publikum bekannt wurde er durch „Drive“,…

  • Transformers 3 (USA 2011)

    Die erste Mondlandung verfolgte, das ahnten eingefleischte Verschwörungstheoretiker längst, ein Ziel, das über die bloße Markierung des Erdtrabanten mit einem Astronauten-Fußabdruck weit hinausreichte. Aufklärungsarbeit leistet nun Michael Bay, der, bevor er sich in „Transformers 3“ einmal mehr hemmungsloser Zerstörungslust hingibt, süffisant in der Historie pfuscht. Für die eigentliche Handlung des mit rund 150 Minuten ohnehin…

  • Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3 (USA/GB 2009)

    Mit dem Remake von „The Taking of Pelham 1 2 3“ (früher „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“, heute „Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3“) zieht Tony Scott wieder alle Register seines Könnens. Was Cineasten einen kalten Schauer über den Rücken jagen dürfte, zeugt immerhin für das Mainstream-Publikum von gewohnter Zuverlässigkeit. Um Tiefe…

  • Inside Hollywood (USA 2008)

    In der müden Satire „Inside Hollywood“ reduziert Barry Levinson („Wag the Dog“) das Dilemma der Traumfabrik auf einen toten Hund und einen Bart. Die Verfilmung des spöttischen Romans von „Fight Club“-Produzent Art Linson dreht sich wortreich und pseudo-dokumentarisch um die Marotten der Mächtigen in Tinseltown. Durchexerziert werden sie an Robert De Niro, der als strauchelnder…

  • Leg Dich nicht mit Zohan an (USA 2008)

    Seit Jahren gehört Adam Sandler („Waterboy“) zu den erfolgreichsten Schauspielern Hollywoods und meistert mittlerweile sogar den Spagat zwischen Nonsens und Anspruch ganz passabel. Denn bei Sandler-Filmen löst man in der Regel zwar ein Ticket für gewohnt sinnfreie Unterhaltung, aber gerade mit seinen ernsthaften Rollen in „Punch Drunk Love“ und „Reign Over Me“ konnte der Schauspieler…

  • Leben und Sterben in L.A. (USA 1985)

    Hollywoods düstere Cop-Thriller hatten ihren Zenit lange überschritten, als „French Connection“-Regisseur William Friedkin noch einmal aus dem Vollen schöpfte. „Leben und Sterben in L.A.“, die auch von ihm geschriebene Verfilmung des Romans von Gerald Petievich („Boiling Point“), ist ein politisch völlig unkorrekter, dreckig brutaler Abgesang auf die alten Werte des Polizeistandes. So actionreich wie unerbittlich…

  • Transformers (USA 2007)

    Die 80er brachten viele – belächelt im Wesentlichen aus heutiger Sicht – Missverständnisse hervor, vor allem was die optischen Finessen dieser Dekade anbelangt. Auch in den Kinderzimmern war das Jahrzehnt präsent, man erinnere sich nur an den Zauberwürfel. Hasbros „Transformers“ gehörten seinerzeit zu den beliebtesten Actionfiguren, wenn auch mehr auf das männliche Geschlecht bezogen. An…

  • Der gute Hirte (USA 2006)

    Um einen hartnäckigen Irrtum gleich vorneweg auszuräumen: „Der gute Hirte“ beschreibt nicht den Aufbau der Central Intelligence Agency, kurz CIA, sondern das fiktive Schicksal eines Mannes, der an der Einrichtung des amerikanischen Nachrichten- und Geheimdienstes beteiligt war. Matt Damon („Departed – Unter Feinden“) spielt diesen emotionslosen Bürokraten, namentlich Edward Wilson, mit geisterhafter Zurückhaltung. Der Schauspieler…

  • Rounders (USA 1998)

    Das Spieler-Drama „Rounders“ hat es bislang nicht einfach in Deutschland gehabt, schließlich erscheint der bereits 1998 von John Dahl („Joyride“, „Red Rock West“) gedrehte Film erst jetzt offiziell bei uns auf DVD. An mangelnder Qualität liegt dies sicherlich nicht, wohl eher am kommerziellen Risiko, einen solchen Film in die Kinos zu bringen. Der junge Mike…

  • Das geheime Fenster (USA 2004)

    Verfilmungen literarischer Vorgaben des amerikanischen Horror-Kult-Autors Stephen King erreichen nur selten die Qualität ihrer Vorlagen. Das weiß man nicht erst seit „Cujo“ oder „Christine“. Vornehmlich magerer Umsetzungen zum Trotze findet beinahe jedes Opus des Fließbandschreibers seine Auswertung in Kino oder TV. Das geheime Fenster allerdings weckt Hoffnung. Denn als Hauptdarsteller konnte Johnny Depp („Fluch der…

  • Die Wutprobe (USA 2003)

    Bei einer Betrachtung der Werkschau von Kinokomödiant Adam Sandler sticht augenblicklich das recht eingeschränkte Rollenspektrum des mitunter arg strapazierenden Mimen hervor. Ungeachtet dessen sorgte leicht verdauliche Kost des Kalibers „Billy Madison“, „Happy Gilmore“ oder „The Wedding Singer“ stets für volle Kassen, daran konnte auch die überraschende kommerzielle Bauchlandung von „Little Nicky“ nichts ändern. Denn nach…

  • Mr. Deeds (USA 2002)

    Mit Remakes bekannter wie beliebter Screwball-Komödien ist das so eine heikle Angelegenheit. Nicht zuletzt, weil der Geist der Klassiker sowie der Stil begnadeter Regisseure wie dem jüngst verstorbenen Billy Wilder („Manche mögen’s heiß“) oder Frank Capra („Mr. Smith geht nach Washington“) meist nicht mit der heutigen Zeitauffassung korrespondieren. Letzterer musste auch diesmal wieder für einen…