Spider Crew – Sounds of Hatred (2017, WTF Records)

Wenn die Musik ein Spiegelbild der Gemütszustände ihrer jeweiligen Schöpfer ist, muss man sich um die Mannen der SPIDER CREW wohl ernsthaft Sorgen machen. Denn der Hardcore der Wiener gibt sich dermaßen roh und angepisst, dass es mitunter scheint, die Jungs hätten für ihre Umwelt kaum mehr als Verachtung übrig. Nur sollte das nicht vom Eintauchen in ihr neuestes, programmatisch betiteltes Werk „Sounds of Hatred“ abhalten. Ganz im Gegenteil. Die siebte Veröffentlichung des mit bisweilen drei Sängern agierenden Sextetts wirkt – trotz oder gerade aufgrund der oft standesgemäß stumpfen Texte – erfrischend auf den Punkt geschmettert.

Der entscheidende Trumpf ist dabei noch immer die ausgeprägte Oi!-Attitüde. Sie verortet das seit 1999 aktive Gespann zwischen den US-Ostküsten-Klassikern AGNOSTIC FRONT und SLAPSHOT. Perfektionismus spielt beim unverfälscht kompromisslosen Klang eine entsprechend geringe Bedeutung. „Sounds of Hatred“ ist ein sympathisch dreckiges Werk, das unvermittelt nach vorn geknüppelt wird („Blinded“, „No Approach“), den Hardcore erfreulich häufig aber auf punkige Rhythmen und hymnische Chöre stützt. An Hits, wie etwa „We Don’t Need You“, „Enemy Within“, „La Familia“, „Won’t Break Free“ oder „You Ain’t Lived It“ zeigen, mangelt es der neuerlich mit allerlei (Film-)Samples (u. a. aus „The Departed“ und „Reservoir Dogs“) ausgeschmückten Scheibe mitnichten. Wenn schon aggro, dann bitte so!

Wertung: (7,5 / 10)

scroll to top