I Am Noah – Final Breed EP (2018, Bastardized Recordings)

Der Metal-Hardcore ist ausgelutscht, leblos, einfach tot. Oder doch nicht? Auch wenn ihm nichts zwingend Neues mehr abgerungen werden kann, so bemühen sich doch noch immer zahlreiche Bands darum, ihm brachiale Gefälligkeit abzutrotzen. Eine davon ist I AM NOAH, deren jüngster Streich, die „Final Breed EP“, exakt ins voranstehend beschriebene Muster passt.

Das Quintett aus Trier präsentiert auf dem Nachfolger zum 2016 vorgestellten Albumdebüt  „The Verdict“ vier Tracks, die zunächst nach Genre-Standard klingen: energischer Schreigesang trifft derbe Riff-Attacken trifft heftige Breakdowns. So weit, so bekannt. Die Würze liegt im Detail, der ausgeprägt metallenen, unterschwellig in Richtung progressiver Auslotung strebenden Melodik.

Die sorgt für die nötigen Überraschungsmomente und bewahrt den Songs – im Zusammenspiel mit vereinzelt prägnanten Refrains (vor allem beim abschließenden „Blinded By Abundance“) – ihren wohligen Nachhall. Auch der Sound, abgerundet durch Samples, bei denen Daniel Haniß von ESKIMO CALLBOY Unterstützung leistete, gibt sich angemessen wuchtig. Kurzum: Das überzeugende Reifezeugnis einer aufstrebenden Combo beweist, dass das Herz des Metal-Hardcores noch ausreichend Blut pumpt.

Wertung: (7 / 10)

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