Slapshot – Make America Hate Again (2018, Bridge Nine Records)

Die Welt ist ein verkommener Ort, an dem Neid, Missgunst und Profitgier regieren. Für eingefleischte Pessimisten bietet sich der Hardcore als eine Art kreative Gegenbewegung an, die den Makeln von Staat, Gesellschaft und Mensch mit aggressiven Tönen einen Spiegel vorhält. Mit dem Gegenwartsbezug des Titels ihres neuen Albums setzen SLAPSHOT dieser Kultur die Krone auf: „Make America Hate Again“. Um zurückhaltende Worte waren die Bostoner nie verlegen. Das führte in der Vergangenheit zwar zu durchaus streitbaren Ansichten, für den Hardcore bleibt die Band jedoch fraglos wichtig – und mitreißend.

Bereits der Opener „Edge Break Your Face“ ballert mit solch enormer Wucht los, dass ein Entkommen unmöglich erscheint. Das Organ von Frontmann Jack Kelly klingt wieder beständig nach hochgewürgtem Wutklumpen, was einmal mehr beträchtlichen Anteil am Gesamtcharme ausmacht. Musikalisch wird keine Verschnaufpause gewährt, ohne Entlastungsmoment geht es konstant vorwärts. Der Oi!-Anteil bleibt peripherer Zaungast, gerade bei den punkigen Attacken (exemplarisches Beispiel: „Alone“), im Mittelpunkt steht aber der schnörkellos altschulische Rundumschlag.

Der hat mit Gangshout-Gewittern wie „Remedy“, „Trainwreck“ oder dem Titeltrack treffsichere Hits im Gepäck. Dass sich „Make America Hate Again“ dabei nicht gerade als Füllhorn an Abwechslungsreichtum entpuppt, wirkt so erwartbar wie leicht verschmerzlich. Denn diese elf explosiven, in rund 23 Minuten gezündeten Böller sollten jedem Hardcore-Jünger eine echte Bereicherung sein. Unweigerlich in die Luft gereckte Fäuste inklusive.

Wertung: (7,5 / 10)

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