Circuit II – The Final Punch (USA 2002)

circuit-2-the-final-punchDie goldene Regel im Umgang mit eiligst heruntergekurbeltem Actionschund der B- oder C-Kategorie besagt: Wer die Dinge zu erahnen weiß, die in der qualitativen Düsternis des jeweils entliehenen Mediums lauern, hat keinerlei Folgeschäden durch formalen Dilletantismus oder unterirdische Darsteller zu befürchten! Unmittelbare Anwendung erfährt dieses ungeschriebene Gesetz auch im grausigen Angesicht der Prügelpeitsche „Circuit II – The Final Punch”, produziert und inszeniert von Jalal Merhi, seines Zeichens unrühmlicher Schauspielschlagetot („Tigerkralle 1-3″) und umtriebiger Regiekobold („Final Crisis”), der hier seinen 2001 gedrehten Streifen “The Circuit” erwartungsgemäß stümperhaft fortsetzt.

In der Hauptrolle „brilliert” erneut der völlig ausdruckslose Oliver Gruner („Nemesis”) in der Rolle des ehemaligen Boxers Dirk Longstreet. Der lässt sich unter tatkräftiger Mithilfe des ergrauenden TV-Actionsternchens und Handkanten schwingenden Schmalspurmimen Lorenzo Lamas („C.I.A. – Codename Alexa”) sowie Regisseur Merhil himself in die Haftanstalt Ogden einschleusen. Das bietet nicht nur tapfer jeder Logik die Stirn, sondern nimmt im einsturzgefährdeten Rahmen der Handlung auch keinerlei Zeit in Anspruch. Der Grund für die raffinierte Infiltration der hiesigen Haftanstalt, von Gruner wohlgemerkt unter dem Namen Jim Morrison (!) vollzogen, bildet der optisch wenig erbauliche Zustand seiner Freundin. Die ist im Knast von Ogden einem illegalen Kampfverband auf die Schliche gekommen und bezahlte jenen Frevel des investigativen Journalismus mit der optischen Umstrukturierung ihres physischen Erscheinungsbildes.

Doch Dirk Longstreet, der kampftechnisch versierte Mann fürs Grobe, mischt den konspirativen Verein mit schlagenden Argumenten auf. Zumindest, bis seine raffinierte Tarnung auffliegt und auch er um sein Leben fürchten muss. Dabei kloppt sich Gruner mit der Ausdrucksstärke einer Büchse Erbsensuppe gewohnt gruftig durch den von ihm obendrein mitproduzierten Einheitsbrei. Das Herzstück des Filmes, die zahlreichen Keilereien, sind derweil kaum erwähnenswert, was zum einen an den sichtlich einstudierten und bar jeder Spontanität choreographierten Balgereien und zum anderen an den trotz Freigabenverzicht fröhlich herausgeschnippelten fünf Minuten Filmmaterial liegen mag. Wären einzig Großaufnahmen von Oliver Gruners kantholzgleichem Gesicht der feisten Schere zum Opfer gefallen, so wäre der Schaden noch überschaubar. Doch einen Flachstreifen wie diesen der einzigen Rechtfertigung seiner Existenz zu berauben, grenzt an Ketzerei. Der verbliebene Rest dieser konfusen Mischung aus „Bloodsport”, „Knastfighter” und „Mit stählerner Faust” bildet das gewohnte künstlerische schwarze Loch , einen finstren Abgrund aus haarsträubender Regie und simpel gestrickten Vorwänden für fliegende Fäuste.

Wertung: (2 / 10)

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